Assassin’s Creed Black Flag Resynced ist die von Ubisoft Singapore neu gebaute Fassung von Assassin’s Creed IV: Black Flag, aufgesetzt auf der aktuellen Anvil Engine und exklusiv für die PlayStation 5. Es ist ein Open-World-Action-Adventure mit Stealth, Nah- und Fernkampf sowie Seefahrt, das Edward Kenway durch die Karibik im goldenen Zeitalter der Piraterie schickt. Wie gut die aktuell beste Fassung des besten Piratenspiels ist, erzählen wir euch in diesem Testbericht.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced – Story und Atmosphäre
Die Oberfläche ist reine Piratenfantasie. Edward Kenway segelt als Freibeuter und später als Pirat durch eine Karibik voller Beutezüge, Hafenstädte und Stürme, und er trifft dabei auf historische Figuren wie Blackbeard, Anne Bonny und Charles Vane.

Die Hauptgeschichte spielt zwischen 1715 und 1722 und führt durch Gebiete rund um Kuba und Jamaika sowie Teile von Florida und Mexiko. Als zentrale Stadtgebiete dienen Havanna, Nassau und Kingston, dazwischen liegen Inseln, Seewege, Dschungelzonen und Unterwasserareale. Unter dieser Abenteuerhülle läuft der klassische Konflikt zwischen Assassinen und Templern, und im Mittelpunkt steht die Suche nach dem Observatorium, einer Vorläuferstätte, die Menschen über ihr Blut aufspüren kann.

Die Inszenierung bleibt filmisch, und Resynced modernisiert sie an mehreren Stellen. Die Zwischensequenzen sind überarbeitet, die Animationen reicher, und die Charakterbögen wurden erweitert.

Die Atmosphäre lebt von der dichten Kulisse, der Meeresfahrt, den Shantys und den ständigen Wetterwechseln. Im Ton wechselt das Spiel dabei zwischen lässigem Piratenrausch, großen Seeschlachten und tragischer Charakterentwicklung, und dieser Wechsel prägt die Stimmung über die gesamte Kampagne.

Über die Kernhandlung hinaus baut Resynced die Nebenbögen deutlich aus. Neu hinzugekommen ist ein erweitertes Blackbeard-Kapitel mit acht zusätzlichen Missionen, dazu eine weitere Auflösung rund um Stede Bonnet samt Epilog. Auch die drei neuen Offiziere Lucy Baldwin, der Padre und Tobias „Deadman“ Smith bringen eigene Questreihen mit. Die eigentliche Geschichte bleibt Black Flag, die Ränder wachsen jedoch spürbar.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced – Gameplay und Kampfsystem
Der Spielablauf kombiniert Story, Sandbox und Open World in einem motivierenden Rahmen. Man nimmt Story- oder Nebenmissionen an und segelt mit der Jackdaw zum Ziel. Unterwegs sammelt man Ressourcen oder legt sich mit feindlichen Schiffen an. An Land wechselt das Spiel zwischen Stealth, offenem Kampf und Parkour, und die erbeutete Beute fließt anschließend in Schiffsupgrades, Ausrüstung und neue Fähigkeiten. Danach öffnet sich die Welt erneut für Forts, Quests, Flottenmissionen und Sammelziele.

Die Jackdaw ist dabei das Rückgrat des ganzen Fortschritts. Ressourcen kommen aus versenkten und geenterten Schiffen, aus Unterwassertruhen, aus der Harpunenjagd und aus eroberten Forts, und die Upgrades kauft man beim Harbourmaster. Die drei neuen Offiziere schalten über ihre Questreihen permanente Schiffsboni frei, darunter Perfect Brace, Ram Dash und eine zusätzliche Breitseiten-Salve. Kenway’s Fleet ist diesmal vollständig ins Spiel integriert und nicht mehr an eine Companion-App gebunden, sodass sich das Flottenmanagement direkt aus dem Spiel heraus steuern lässt. Navigationshilfen wie Pathfinder, Autopilot und Ship Fast Travel entschlacken die Fahrt zwischen den Zielen.

Der Bodenkampf ist überarbeitet und läuft schneller ab als im Original. Statt des früheren Fokus auf reines Kontern setzt Resynced auf Paraden, Takedowns und Kettenabschlüsse. Edward beherrscht nun Perfect-Parry-Takedowns, schwere Angriffe sowie Wall- und Ground-Takedowns, und je nach Situation stehen verschiedene Waffenvarianten bereit. Die Gegner reagieren adaptiv und bestrafen eintönige Taktiken.

Wer zu lange auf die Parade wartet, bekommt unblockbare Angriffe zu sehen, und wer zu oft dieselbe Aktion wiederholt, wird häufiger ausgekontert. Robustere Gegnertypen wie Brutes, Captains und der neue Demolitionist verlangen zusätzlich den Einsatz von Pistolen, Ausweichmanövern und Guard-Breaks. Dadurch steigt die Dichte im Nahkampf klar gegenüber dem alten System.

Auch die Seegefechte gewinnen an Tiefe. Jedes Waffensystem der Jackdaw besitzt jetzt einen sekundären Feuermodus, und über Offiziersboni sowie ausbaubare Funktionen wie Ram Dash und Perfect Brace bekommt das Schiffs-Set-up mehr eigenes Gewicht. Gerade gegen starke Fregatten und legendäre Schiffe lohnt es sich, die Jackdaw gezielt auszurüsten.

Beim Schwierigkeitsgrad ist Resynced ungewöhnlich flexibel. Naval, Ground, Activity und Stealth lassen sich getrennt voneinander einstellen. Dazu kommen mehrere Stufen Aim Assist, deaktivierbare QTEs, eine reduzierbare Unterwasserintensität sowie abschaltbare Sauerstofflimits und Haiangriffe. Die Beschattungs- und Verfolgungsmissionen fallen flexibler aus und lösen bei Fehlern seltener eine sofortige Desynchronisation aus, was einen der größten Frustpunkte des Originals angeht. Die Kehrseite dieser Großzügigkeit ist, dass das Schleichen dadurch etwas an Anspruch verliert.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced – Grafik und Performance
Visuell ist Resynced eine moderne Neuinterpretation des Originals. Die Anvil Engine liefert dichtere Menschenmengen, überarbeitete Gesichter und ein dynamisches Wettersystem, dazu kommen Raytracing und HDR. Besonders das Meer wurde technisch neu aufgebaut.

Die Wasseroberfläche ist physikalisch basiert und arbeitet mit Tessellation, volumetrischem Schaum und dynamischen Blaseneffekten, was den Seefahrten deutlich mehr Wucht gibt als 2013.

Auf der PlayStation 5 stehen drei Grafikmodi zur Wahl, nämlich Performance, Balanced und Fidelity. Der Performance-Modus zielt auf 60 Bilder pro Sekunde (was zumindest auf der Pro sehr stabil und ohne Drops läuft), und Ray-Traced Global Illumination ist auf der Standard-Konsole in allen Modi aktiv. Ein spürbarer Komfortgewinn ist der Wegfall der alten Ladegrenzen, denn zwischen Seefahrt und den großen Städten gibt es keine Ladebildschirme mehr. Zusammen mit Autopilot und Ship Fast Travel beschleunigt das den Fluss der offenen Welt.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced – Musik und Sounddesign
Musikalisch stützt sich Resynced auf einen der stärksten Marker des Originals, die Seemannsshantys. Das Spiel ergänzt sie um zusätzliche Musikstücke und neue Audioinhalte, und auch weitere Shantys sind hinzugekommen. Für den Klangraum auf der PlayStation 5 sorgen Dolby Atmos und 3D Audio, die gerade bei Seeschlachten, in der Hafenatmosphäre und bei der Richtungswahrnehmung deutlich räumlicher tragen als noch 2013.

Für den deutschen Spielalltag sind deutsche Texte und eine deutsche Vertonung vorhanden, ergänzt um mehrere weitere Vollvertonungen. Für Serienfans wichtig ist die Rückkehr von Matt Ryan als Stimme von Edward Kenway, was der Neuauflage einen vertrauten Klang gibt.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced – Preis und Verfügbarkeit
Assassin’s Creed Black Flag Resynced ist als Standard Edition zu 59,99 Euro und als Deluxe Edition zu 69,99 Euro erhältlich [Amazon-Affiliate | Werbelink]. Die Standard Edition enthält das Hauptspiel, die Deluxe Edition ergänzt das Meisterassassine-Charakterpaket und das Meisterassassine-Maritimpaket. Im Handel gibt es auch eine Launch Edition mit exklusivem Steelbook sowie eine Collector’s Edition mit physischen Beigaben wie Figur, Logbuch und Stoffkarte dazu.
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