FANTASY LIFE i: Die Zeitdiebin – Einleitung
Im Test haben wir FANTASY LIFE i: Die Zeitdiebin auf der Nintendo Switch 2 durchgespielt, ein Hybrid aus Lebenssimulation, Crafting-Abenteuer und Action-RPG, das mit 14 spielbaren Berufen, drei Zeitperioden und einem komplexen Berufesystem auffährt. Die überarbeitete Switch-2-Edition verspricht neben optischen Verbesserungen auch spürbare technische Fortschritte. Wie sich das Spiel in der Praxis schlägt, welche Aspekte besonders überzeugen und wo kleinere Schwächen sichtbar werden, klären wir in diesem ausführlichen Testbericht.

FANTASY LIFE i: Die Zeitdiebin – Story und Spielwelt
Die Handlung führt durch drei klar abgegrenzte Zeitwelten: die Vergangenheit als florierendes Inselreich, die Gegenwart als verlassene Ruinenlandschaft und die Welt von Gigantien als unbewohnte Open World mit einem Fokus auf Erkundung und Ressourcenabbau. Zwischen diesen Zonen kann man jederzeit per Schnellreise wechseln, ohne dass dabei Spielfortschritt oder Inventar beeinträchtigt werden. Inhaltlich steht die Suche nach Antworten über die Zeitreisende Rem im Zentrum. Die Geschichte bleibt dabei stets freundlich und leicht zugänglich, verzichtet aber auf größere Wendungen oder emotionale Tiefe.

Die Spielwelt lebt von ihrer charmanten Präsentation, den vielen kleinen Entdeckungen und den charaktervollen NPCs. In der Vergangenheit nimmt man klassische Quests an, in der Gegenwart gestaltet man sein eigenes Dorf, und in Gigantien geht es vor allem um freie Erkundung, Grind und Weltstufen. Diese Struktur schafft einen angenehmen Rhythmus zwischen Aktivität, Kreativität und Abenteuer. Besonders schön ist, dass man seine Fortschritte und Items nahtlos zwischen den Zeitzonen mitnimmt, was das gesamte Spiel als zusammenhängende Welt erscheinen lässt.

FANTASY LIFE i: Die Zeitdiebin – Gameplay und Lebenssystem
Im Zentrum steht das „Leben“-System mit 14 frei wählbaren Berufen. Diese sind in drei Gruppen unterteilt: Kampfleben (Paladin, Söldner, Magier, Jäger), Sammelleben (Angler, Miner, Holzfäller, Farmer) und Handwerksleben (Schmied, Koch, Schneider, Tischler, Alchemist, Künstler). Jeder Beruf verfügt über ein eigenes Aufgabensystem, einen Skilltree und exklusive Fähigkeiten. Man kann jederzeit zwischen den Leben wechseln, entweder über das Menü oder automatisch beim Interagieren mit einer Werkbank oder einem Berufsobjekt.

Kämpfe finden in Echtzeit statt. Die Steuerung bleibt einfach, funktioniert aber solide. Ausweichrollen, Kombos, Blocken und Spezialangriffe sorgen für Dynamik. Jeder Kampfstil fühlt sich spürbar anders an. Die Weltstufenmechanik in Gigantien steigert zudem die Schwierigkeit progressiv: Je aktiver man ist, desto stärker werden die Gegner, was wiederum bessere Beute und Belohnungen ermöglicht. Der Kampf bleibt so über weite Strecken spannend, auch wenn man keine taktische Tiefe wie in komplexeren RPGs erwarten darf.

Das Crafting-System ist mehr als reines Menügeklicke. An Werkbänken startet man Minispiele, bei denen Timing und Rhythmus über die Qualität der hergestellten Objekte entscheiden. So kocht man etwa, indem man Zutaten nacheinander rührt, erhitzt und abschmeckt. Beim Schmieden schlägt man gezielt mit dem Hammer auf das Werkstück. Diese Interaktivität wertet die Berufe deutlich auf und sorgt dafür, dass auch Sammel- und Handwerkstätigkeiten eine spielerische Komponente behalten.

Die Berufsentwicklung ist langfristig angelegt. Jeder Rangaufstieg schaltet neue Quests, Fähigkeiten und Ausrüstung frei. Um alle Berufe zu maximieren, muss man deutlich über 100 Stunden investieren. Wer jedoch nur die Hauptgeschichte verfolgt, kann sich auf einige wenige Leben konzentrieren. Eine clevere Lösung ist, dass das Spiel automatisch den passenden Beruf auswählt, sobald man eine Aktion beginnt, etwa Angeln, Sammeln oder an einer Werkbank arbeiten möchte. Das reduziert Menüaufwand und sorgt für flüssiges Gameplay.

FANTASY LIFE i: Die Zeitdiebin – Technik und Performance auf Switch 2
Die Switch-2-Version bringt erhebliche technische Vorteile gegenüber der Ursprungsversion. Die Framerate ist nun auf 60 Bilder pro Sekunde angehoben und bleibt auch in belebten Gebieten oder bei großen Gegnergruppen stabil. Ladezeiten wurden auf 3 bis 4 Sekunden verkürzt, was den Spielfluss enorm verbessert. Die Eingaben fühlen sich direkter an, Menüs reagieren zügig, und das Inventarmanagement ist deutlich angenehmer.

Grafisch präsentiert sich FANTASY LIFE i in einem farbenfrohen, animeartigen Stil mit klaren Kanten und kräftiger Beleuchtung. Charaktere und Umgebungen wirken durch die höhere Auflösung und bessere Texturen schärfer und definierter. Besonders auffällig ist der Unterschied bei Licht- und Schatteneffekten, etwa bei Sonnenuntergängen, reflektierendem Wasser oder der Ausleuchtung von Dungeons. Optional lässt sich der Tilt-Shift-Effekt vollständig deaktivieren, was das Bild vor allem im TV-Modus noch klarer macht.

Der Soundtrack ist passend verspielt, mit einem Mix aus ruhigen, märchenhaften Klängen und leichtfüßigen Kampfstücken. Akustische Details wie das Quietschen eines Reittiers oder das Plätschern von Wasser wurden in der Switch-2-Version hörbar aufgewertet. Auch das haptische Feedback fühlt sich präziser und abwechslungsreicher an, etwa beim Einschlagen mit einem Schmiedehammer oder dem Biss eines Fischs an der Angel.

FANTASY LIFE i: Die Zeitdiebin – Multiplayer und Koop-Modi
Im Online-Multiplayer können bis zu vier Personen gemeinsam die Welt bereisen, Dungeons betreten oder Materialien sammeln. Fortschritte in der Hauptgeschichte gelten jedoch nur für den Host. In manchen Spielzonen wird zudem ein Zeitlimit von 30 bis 60 Minuten gesetzt. Diese Einschränkungen machen das gemeinsame Spielen weniger dauerhaft attraktiv. Trotzdem eignet sich der Modus gut für gelegentliche Koop-Sessions, bei denen man Ressourcenfarmen oder optionale Aufgaben gemeinsam erledigt.

Im lokalen Couch-Koop übernimmt ein zweiter Spieler die Rolle von Tripp, einem fliegenden Begleiter. Tripp kann heilen, Items aufspüren und im Kampf eingreifen. Der Modus ist eher als Hilfsfunktion gedacht, eignet sich aber gut, um mit Kindern oder unerfahrenen Mitspielern gemeinsam zu spielen. Eine vollwertige Zwei-Charakter-Steuerung gibt es nicht.

FANTASY LIFE i: Die Zeitdiebin – Langzeitmotivation und Erweiterungen
FANTASY LIFE i motiviert durch ein flexibles Zielsystem: Wer will, verbessert nur ein Lieblingsleben und baut sein Dorf aus. Wer alles sehen will, jagt Ränge, Rezepte, seltene Gegner, Freundschaftsboni und Eventbelohnungen. Neue Spielerlebnisse ergeben sich durch freischaltbare Lebensherausforderungen, Arenakämpfe, Weltstufen und Fortschritt in der Dorfentwicklung.

Ein kostenloses Inhaltsupdate („Update the World!“) wurde bereits angekündigt und bringt einen Roguelike-Modus mit zufallsgenerierten Inseln, neue Rezepte und Reittiere. Auch ein Fotomodus mit Filter- und Poseoptionen soll hinzukommen. Level-5 reagierte in der Vergangenheit zügig auf Feedback und veröffentlichte mehrere kleinere Bugfixes und Anpassungen, darunter eine Kameraoptimierung und Balancing-Feinschliff für Drop-Raten und Berufsfähigkeiten.

FANTASY LIFE i: Die Zeitdiebin – Preis und Verfügbarkeit
Die Standardversion kostet 59,99 €. Das Upgrade auf die technisch verbesserte Switch-2-Edition ist für nur 2,27 € erhältlich. Dieser Upgradepreis ist im Vergleich zu anderen Plattformwechsel-Angeboten äußerst günstig. Die Digital Deluxe Edition mit kosmetischen Extras liegt bei rund 70 €, bringt aber keine spielerischen Vorteile. Eine physische Version der Switch-2-Edition wurde bislang nur in Japan veröffentlicht, lässt sich jedoch problemlos importieren. Die Cartridge enthält die vollständige multilanguage-Fassung und ist somit auch für europäische Nutzer uneingeschränkt spielbar.








