Forza Horizon 6 ist ein offenes Arcade-Rennspiel von Playground Games und spielt in Japan. Der Spieler reist als Tourist an und arbeitet sich über Festival-Rennen, Erkundung und Sammelziele bis zum Status Horizon Legend hoch. Auf der Xbox Series X kommen zwei Grafikmodi, Xbox Play Anywhere und die Anbindung an den Game Pass dazu. Obwohl Forza Horizon 4 eines meiner Lieblings-Rennspiele war, hatte mich 5 leider nicht abgeholt. Das hat sich mit Forza Horizon 6 geändert, sodass ich jetzt wieder 40 Stunden hinter mir habe. Im Test erzählen wir euch mehr darüber.

Forza Horizon 6 – Story und Atmosphäre
Die Rahmenhandlung ist leichtgewichtig. Der Spieler startet in Japan nicht als etablierter Star, sondern als Neuankömmling und arbeitet sich zusammen mit Mei und Jordy über Qualifier, Invitational und weitere Wristbands in das Festival hinein. Mei bringt kulturelle Einordnung und Tuning-Wissen ein, Jordy steht für Motorsport und Wettbewerb. Erzählt wird über das Intro, Festival- und Wristband-Events, Horizon Stories, Radiotexte und situative Dialoge, dazu kommt viel Umweltatmosphäre.

Das Tourismus-Motiv ist für die Reihe ungewohnt konkret ausformuliert. Die Kampagne fühlt sich dadurch mehr wie eine Japan-Reise an als wie ein reines Abarbeiten von Rennsymbolen. Der Ton bleibt locker und positiv, unterbrochen von spektakulären Showcase-Rennen wie dem Auftaktrennen gegen einen Shinkansen.
Ernsthafte Dramatik ist nicht das Ziel, und das merkt man: Die Handlung selbst bleibt schwach und hölzern, sie trägt eher die Stimmung als eine eigene Geschichte. Ehrlich gesagt, sollte man überhaupt nicht über die Handlung und wie so ein Festival zustande kommt, oder wer einem so viele Autos schenkt, nachdenken, sondern wirklich das Gameplay genießen.

Forza Horizon 6 – Gameplay
Die Kernschleife ist vertraut, setzt aber stärker als der Vorgänger auf Erkundung. Man fährt durch die offene Welt, legt unter dem Kartennebel neue Straßen und Symbole frei, nimmt passende Events oder Sammelziele mit, verdient Credits, kauft und tunt Autos und schaltet über Wristbands weitere Festivalinhalte frei.

Bis zum letzten der sieben Festival-Wristbands und zum Status Horizon Legend vergehen etwa 23 bis 25 Stunden. Wer die Discover-Japan-Inhalte stärker verfolgt, kommt eher auf rund 50 Stunden. Mit wöchentlichen Events lassen sich zudem jede Woche neue Autos verdienen, die es so nicht im Spiel zu kaufen gibt.

Zum Start stehen über 550 Autos bereit, die aus Autoshow, Barn Finds, Treasure Cars, Aftermarket Cars, Festival-Belohnungen und DLC stammen. Neu ist, dass Aftermarket Cars direkt in der Spielwelt auftauchen und oft passend zur nahen Aktivität angeboten werden, dass Barn Finds über Journal-Stamps angestoßen werden und Treasure Cars über Fotohinweise gesucht werden.
Die Suche nach Treasure Cars verändert den Umgang mit der Karte spürbar, weil man Landmarken lesen und Landschaften wiedererkennen muss.

Festival-Rennen sind kuratiert und verlangen häufig bestimmte Fahrzeugkategorien in Road-, Dirt- und Cross-Country-Events. Nach dem ersten Abschluss lässt sich jedes Event über den Race Customizer umbauen, inklusive Tageszeit, Wetter, Saison, Rundenzahl, Verkehr und Rewind. Dazu kommen Touge Battles, Horizon Rush, Drag Meets und Time Attack Circuits. Die durchschnittliche Streckenqualität ist hoch, vor allem in Tokio und auf den kurvigen Abschnitten.
Bei den Komfort- und Barrierefreiheitsoptionen ist der Umfang groß: komplettes Controller-Remapping mit bis zu fünf Profilen, anpassbare HUD-Elemente, Screen Reader, einstellbare Untertitelgrößen, Farbenblindheitsfilter, ein High-Contrast-Modus, deaktivierbare bewegte Hintergründe, einzelne Audioschieber, AutoDrive per ANNA-Navigation sowie ein Proximity Radar mit Audiohinweisen. Horizon Stories lassen sich bei Bedarf ohne Kapitel-Challenges weiterspielen.

Bei aller Breite bleibt Teil 6 näher am Vorgänger als an einer Neuerfindung, aber ist deutlich näher an Forza Horizon 4 als Forza Horizon 5, was mir weniger Spaß gemacht hatte. Es gibt wenige wirklich neue Rennarten und auch ein Teil der Horizon Stories bleibt belanglos, aber das Japan Setting macht es trotzdem irgendwie viel besser und natürlich die schnellere Performance und die Ladezeiten. Den meisten Spielern macht es auch nichts aus, aber ich würde bei einem Forza Horizon 7 die Erwartungen definitiv höher ansetzen.

Forza Horizon 6 – Multiplayer
Online erweitert das Spiel die Solo-Inhalte um Convoys, Car Meets, Spec Racing Championships, Time Attack Circuits, Drag Meets, The Eliminator, Hide & Seek und soziale LINK-Skills. Convoys sind die zentrale Gruppenfunktion: Wer als Anführer ein Event über den Race Customizer aufsetzt, zieht die Gruppe in dieselbe Konfiguration. Car Meets sind als soziale Treffpunkte in die offene Welt eingebunden. CoLab ist das erweiterte EventLab mit Multiplayer-Unterstützung und der Möglichkeit, praktisch überall in Japan zu bauen.

Vollständig offline ist Forza Horizon 6 nicht ausgelegt, da die Struktur stark auf Cloud-Saves, Live-Programm und eine gemeinsame Welt setzt.

Forza Horizon 6 – Grafik und Performance
Auf der Xbox Series X gibt es zwei Grafikmodi. Der Quality-Modus läuft in nativem 4K bei 30 Bildern pro Sekunde, der Performance-Modus zielt mit dynamischer Auflösungsskalierung auf 4K bei 60 Bildern pro Sekunde. Der Speicherbedarf liegt bei rund 135 Gigabyte. Die Technik ist stark, das Spiel läuft in beiden Modi durchgehend performant.

Die Bildwirkung lebt von Japans Kontrasten: Land gegen Stadt, Tradition gegen Neon, Bergstraßen gegen Häfen und Schnellstraßen. Die Karte ist dicht, hat viel Vertikalität und unterschiedliche Biome, und Tokio ist die größte urbane Fläche, die es bisher in einem Forza Horizon gab.

Forza Horizon 6 – Musik und Sounddesign
Der Soundtrack ist der bislang größte der Reihe und verteilt sich auf neun Radiosender. J-Pop ist erstmals deutlich stärker vertreten, dazu kommen elektronische, rockige, hiphop-lastige, synthwave- und klassisch geprägte Sender.

Technisch arbeitet das Spiel mit remasterten Motoraufnahmen, einer neuen Akustikmodellierung, objektbasiertem Raumhall über Triton Acoustics und Feldaufnahmen aus allen vier Jahreszeiten Japans. Dazu kommen verbesserte Oberflächeninteraktion, neue Turbo- und Backfire-Systeme sowie stärkere Cockpit-Impulse. Der Klang trägt dadurch über die Musik hinaus auch über die Räumlichkeit der Welt und die differenzierte Fahrzeugakustik.

Forza Horizon 6 – Preis und Verfügbarkeit
Forza Horizon 6 ist digital im Xbox Store und als Disc-Version im Handel erhältlich und im Game Pass enthalten. Die Standard Edition kostet 69,99 Euro. Aktuell z.B. bei Amazon 64,99 Euro [Amazon-Werbelink | Affiliate]. Die Deluxe Edition liegt bei 99,99 Euro und ergänzt Autopass und Welcome Pack, die Premium Edition kostet 119,99 Euro und enthält zusätzlich VIP, das Time Attack Car Pack, das Italian Passion Car Pack sowie die beiden Erweiterungen. Wer die Standard- oder Deluxe-Version besitzt oder über den Game Pass spielt, kann die Zusatzinhalte über das Premium Upgrade für 59,99 Euro nachkaufen.

Einzeln kosten der Autopass 29,99 Euro (30 wöchentlich freigeschaltete Autos), VIP 19,99 Euro (doppelte Credits, drei exklusive Autos, wöchentlicher Bonus-Wheelspin), das Welcome Pack 4,99 Euro, das Time Attack Car Pack 9,99 Euro (acht Autos) und das Expansion Bundle 49,99 Euro. Einzelne Auto-DLCs liegen bei 2,99 Euro. Über Xbox Play Anywhere ist ein digitaler Kauf auch am PC spielbar.
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