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    Mario Tennis Fever – Test & Review

    Es gab bisher nur ein Tennis-Spiel namens Smash Online, das 2008 von NCsoft und Gamigo als Free-to-Play-Titel erschien, was mich und meine Klassenkameraden gefesselt hat, so sehr, dass, obwohl wir eigentlich kein Interesse an Tennis hatten, wir wirklich gut in diesem Spiel werden wollten. Als damals Mario Tennis Aces kam, hat es mich damals nicht so gereizt, wie ich es gerne hätte. Mario Tennis Fever ist jetzt aber genau das, worauf ich gewartet habe. So sehr, dass ich seit dem Launch allein 30 Stunden nur im Offline-Modus gegen CPU-Gegner verbracht habe, ohne die Zeit im Online-Modus und Ranked-Matches dazuzuzählen.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Mario Tennis Fever bringt klassisches Arcade-Tennis mit dem neuen Fever-System auf die Nintendo Switch 2. Spieler wählen aus 38 Charakteren und 30 Fever-Schlägern, die den Platz mit Effekten wie Eisflächen, Mini-Pilzen oder elektrischen Barrieren verwandeln. Das Spiel kombiniert taktische Ballwechsel mit kontrollierbarem Chaos und bietet neben einem kurzen Abenteuermodus verschiedene Turnier- und Herausforderungsmodi für bis zu vier Spieler lokal und online.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Mario Tennis Fever – Story-Modus

    Der Abenteuermodus startet mit einer einfachen Prämisse: Vor einem großen Tennis-Turnier im Pilz-Königreich wird Daisy krank. Wario und Waluigi verweisen auf eine magische goldene Frucht auf einer abgelegenen Insel, die Heilung bringen soll. Während Mario und Luigi die Frucht finden, lösen Wario und Waluigi durch Schatzsuche die Reaktion dreier Bestien aus, die Mario, Luigi, Peach, Wario und Waluigi in Babys verwandeln. Dabei ist das Story-Video wirklich gut und qualitativ hochwertig gemacht, weshalb der Abenteuermodus zu beginn sehr vielversprechend wirkt.

    Nach der Rückkehr ins Pilz-Königreich werden Mario und Luigi zur Mushroom Tennis Academy gebracht. Dort lernen sie die Grundlagen des Spiels in einem ausführlichen Tutorial-Abschnitt. Die Akademie vermittelt Mechaniken durch einen Mix aus Übungen, Minigames und Wissensquiz. Dabei ist dieser Tutorial-Teil langatmig, auch wenn es mit 1,5 Stunden nicht allzu lang ist, was mitunter daran liegt, dass man zum Start des Spiels sowieso schon ein kurzes Tutorial durchspielen musste und es nochmal in einem langsameren Format wiederholen muss. Zudem sind die Minispiele teilweise extrem kurz, dass sie innerhalb weniger Sekunden vorbei sind und so leicht, dass man diese nie wiederholen muss. Hier hätte ich mir einen größeren Fokus auf das Levelsystem mit Status-Upgrades gewünscht, aber die spürbare Wirkung der Verbesserungen fällt sehr gering aus. Sobald man damit durch ist öffnet sich aber endlich eine Weltkarte mit Bosskämpfen und neuen Herausforderungen.

    Im weiteren Verlauf der Story von Mario Tennis Fever kommt es zur erneuten Insel-Reise, bei der Wario und Waluigi sabotieren und eine Zusammenarbeit mit Bowser offenbart wird. Parallel wird Peach entführt, während sich Daisy dank der Frucht erholt und später zur Gruppe stößt. Also die klassische Mario-Story. Aber generell sehr unterhaltsam präsentiert und mit witzigen Dialogen. Gerade Baby Wario und Baby Waluigi sind meine Highlights des Spiels. Dazu kommt, dass die Spielwelt und vor allem die Akademie wirklich super aussieht, weshalb ich denke, dass es deutlich mehr Potential gehabt hätte.

    Der Abenteuermodus von Mario Tennis Fever dauert etwa 3 bis 5 Stunden, abhängig davon, wie viele optionale Übungen und Prüfungen absolviert werden. Der Akademie-Teil nimmt dabei ungefähr 1,5 Stunden ein. Man kommt nicht komplett um den Abenteuermodus herum, denn während des Abenteuers schaltet man auch einige Charaktere, Plätze und Fever-Schläger frei.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Mario Tennis Fever – Gameplay

    Das Gameplay-Fundament basiert auf klassischem Tennis mit taktischer Tiefe, erweitert um das Fever-System. Der Ablauf eines Matches läuft in klaren Schritten: Charakter wählen, der Basiswerte mitbringt, dann einen Fever-Schläger auswählen, der den späteren Spezialeffekt definiert. Während des Ballwechsels bestimmen Positionierung und Schlagwahl den Rally-Verlauf. Parallel füllt sich die Fever-Leiste.

    Bei voller Anzeige kann ein Fever-Schlag ausgelöst werden. Der Fever-Ball erzeugt nach Bodenkontakt die Schlägerwirkung – etwa Eisflächen, die den Gegner beim Sprint rutschen lassen, Mini-Pilze, die die Bewegungsgeschwindigkeit reduzieren, oder elektrische Barrieren. Wer den Fever-Ball vor Bodenkontakt kontert, kann Effekte neutralisieren oder zurückschicken, weshalb die eigenen Fever-Fähigkeiten auch ein Risiko darstellen können und deshalb strategisch eingesetzt werden müssen. Dieses Kontersystem sorgt für taktische Tiefe im Umgang mit den Spezialschlägen.

    Die Spielminute im Fever-Match: Man spielt zunächst „normal“ über Winkel, Lob und Slice, um den Gegner aus der Position zu ziehen, während die Fever-Leiste wächst. Kurz bevor sie voll ist, entschärft man riskante Bälle lieber sicher, um den Fever-Moment nicht im falschen Timing zu verlieren. Sobald voll, setzt man den Fever-Schlag so, dass der Ball auf der gegnerischen Seite aufsetzt und dort eine Hazard-Zone entsteht. Danach verschiebt sich die Priorität: Man spielt nicht nur auf den Punkt, sondern zwingt den Gegner zusätzlich, dem Hazard auszuweichen und trotzdem den Return zu treffen.

    Neben dem Abenteuermodus bietet das Spiel mehrere Modi: Der Turniermodus umfasst drei Cups gegen CPU-Gegner mit wählbarer Schwierigkeit für bis zu zwei Spieler. Gerade auf dem Schwierigkeitsgrad „Ace“ sind die CPU Gegner extrem hart, wo ich mindestens eine Stunde gebraucht habe um ein Match mit Mühe zu gewinnen. Missionstürme führen über Stockwerke mit Sonderregeln, die pro Etage anziehen. Drei Türme enthalten insgesamt 100 Herausforderungen, die mehrere Stunden Beschäftigung liefern und eine Fehlversuchsgrenze besitzen. Der Druck steigt, weil spätere Etagen härter werden.

    Freies Spiel und Spezialmix erlauben lockere Partien für bis zu vier Spieler mit anpassbaren Regeln. Der Swing-Modus bietet Bewegungssteuerung mit den Joy-Con 2. Grundsätzlich bewegt sich der Charakter selbst, sofern der Analog-Stick nicht betätigt wird, weshalb man nur den Schläger schwingen muss. Wer die Bewegung selbst kontrollieren will, kann den Charakter mit dem Stick selbst steuern. Es ist jetzt nicht super präzise und als simpler Modus nicht besonders ausgearbeitet, aber für ein bisschen Bewegung finde ich es zumindest ganz gut.

    Mario Tennis Fever – Multiplayer

    Lokal können bis zu vier Spieler auf einer Konsole oder über drahtlose Verbindung spielen. Das GameShare-Feature erlaubt lokale Sessions mit nur einem Exemplar – bis zu vier Personen können gemeinsam spielen, weitere Spieler schalten sich über lokalen Modus mit Nintendo Switch 2- und Nintendo Switch-Konsolen dazu. Diese Funktion ist nur während der Session verfügbar.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Der Online-Modus bietet zwei bis vier Spieler pro Konsole mit Rang-Match und Koop mit Freunden. Ranked Play trennt klar zwischen Fever und Non-Fever Varianten für Singles und Doubles. Diese Trennung beeinflusst die Competitive-Readability direkt: Wer Skill-Fokus bevorzugt, spielt ohne Fever-Schläger, wer Chaos-Strategie mag, wählt die Fever-Variante. Die Ranglisten bleiben dadurch getrennt.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Für Online-Modi sind eine Internetverbindung, ein Nintendo-Account und eine kostenpflichtige Nintendo Switch Online-Mitgliedschaft erforderlich. Das Update auf Version 1.0.1 ist Voraussetzung für Internet-Features, alle Spieler müssen auf derselben Version sein. Die Verbindung läuft in langen Sessions stabil. Die Erfahrungen fallen je nach Umfeld natürlich unterschiedlich aus.

    Komfortfunktionen erleichtern die Bedienung: Button-Mapping, die Kameraperspektive „Raised“ und das Abschalten des Plauderblumen-Kommentars lassen sich in den Einstellungen anpassen. Diese Optionen wirken sich sichtbar auf Übersicht und Konzentration aus, besonders in hektischen Fever-Phasen. Speicherdaten-Cloud steht als Nintendo Switch Online-Funktion zur Verfügung.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Mario Tennis Fever – Grafik und Performance

    Mario Tennis Fever präsentiert sich als farbintensives, effektlastiges Arcade-Tennis mit starkem Showcharakter. Die Plauderblume kommentiert als Stadion-Sprecher das Geschehen live, Fever-Effekte verändern den Platz sichtbar. Eisflächen glitzern, Mini-Pilze wirbeln durch die Luft, elektrische Barrieren zucken über das Netz. Der Stil bleibt klar Mario-typisch: überdreht, leichtfüßig, mit viel Chaos auf dem Platz, der durch das Fever-System aber kontrollierter wirkt als in früheren Ablegern.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Technisch läuft das Mario Tennis Fever mit 60 FPS in beiden Modi – angedockt und im Handheld-Modus. Die Performance bleibt durchgehend stabil, es fallen keine nennenswerten Frame-Drops auf. Die Bildqualität ist auf der Nintendo Switch, auch mit 4K-Darstellung, super scharf. Ladezeiten fallen kurz aus, Übergänge zwischen Menüs und Matches gehen flüssig vonstatten. Das Spiel wirkt technisch polished. Die Download-Größe beträgt 7,4 GB.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Mario Tennis Fever – Musik und Sounddesign

    Das Sounddesign setzt auf Stadion-Atmosphäre mit der Plauderblume als Kommentarstimme, die live aus dem Stadion berichtet. Die Turnier-Präsentation wirkt durch die akustische Untermalung lebendig, der Kommentar lässt sich in den Optionen aber abschalten, was die akustische Dichte der Matches direkt beeinflusst. Gerade weil die Plauderblume oft dieselben Sätze zu denselben Aktionen wiederholt. Ich habe es aber tatsächlich trotz meiner langen Spielzeit nicht abgeschaltet, weil es irgendwie seinen eigenen Charme hat.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Soundeffekte sind spielbestimmend: Eisflächen, Mini-Pilze, elektrische Barrieren, Metallform und andere Zustände geben permanentes Feedback für Risiko und Positionierung. Die Effekte sind nicht nur grafisch präsent, sondern auch akustisch klar erkennbar. Das hilft bei der Lesbarkeit des Spielgeschehens, gerade wenn mehrere Fever-Effekte gleichzeitig auf dem Platz aktiv sind.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Die Audio-Gestaltung unterstützt die Arcade-Atmosphäre. Ballkontakte klingen knackig, Spezialschläge werden mit markanten Sound-Signaturen begleitet. Das akustische Feedback macht den Spielfluss nachvollziehbar, ohne aufdringlich zu werden. Die Balance zwischen Kommentar, Effekten und Hintergrundmusik funktioniert, wobei die Option, den Kommentar abzuschalten, für längere Sessions hilfreich ist.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Mario Tennis Fever – Preis und Verfügbarkeit

    Mario Tennis Fever ist seit dem 12. Februar 2026 für Nintendo Switch 2 erhältlich, etwa im Nintendo eShop. Die UVP liegt für die digitale Version bei 69,99 Euro in Deutschland, wobei man es bereits bei diversen Händlern für etwa 5 Euro weniger bekommen kann. Wer das Spiel lieber physisch will, muss etwas mehr zahlen mit einer UVP von 79,99 Euro.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Das Spiel erscheint sowohl physisch auf Modul als auch digital als Download. Zum Launch sind keine DLCs, Upgrade-Packs oder Ingame-Käufe verfügbar. Das Spiel unterstützt Japanisch, Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Koreanisch und Chinesisch.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Für Online-Modi ist eine kostenpflichtige Nintendo Switch Online-Mitgliedschaft erforderlich. Lokale Spielmöglichkeiten funktionieren ohne Internetzugang für ein bis vier Spieler auf einem System oder zwei bis vier im lokalen Drahtlosmodus. Die Altersfreigabe liegt bei USK ab 6 Jahren.

    Mario Tennis Fever – Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

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    Mario Tennis Fever

    8.2

    Mario Tennis Fever verbindet klassisches Tennis-Gameplay mit dem Fever-System zu einer unterhaltsamen Arcade-Erfahrung. Das Fever-System sorgt für kontrolliertes Chaos, bei dem Spezialeffekte taktisch eingesetzt werden müssen. Die 38 Charaktere und 30 Fever-Schläger bieten vielfältige Kombinationsmöglichkeiten. Die stabile technische Umsetzung mit 60 FPS und die durchdachte Trennung der Online-Ranglisten in Fever- und Non-Fever-Modi zeigen, dass Camelot die Balance zwischen Zugänglichkeit und Tiefe versteht. Die 100 Herausforderungen in den Missionstürmen bieten langfristige Beschäftigung über den kurzen Story-Modus hinaus. Für Mehrspieler-Sessions auf der Couch oder online ist Mario Tennis Fever eine solide Wahl. Zwar hätte ich mehr vom Story-Modus erwartet als eine deutlich längere Wiederholung des Pflichttutorials des ersten Starts, aber außerhalb davon hatte ich lange nicht so viel Spaß mit einem Sport-Spiel seit 2008 und es wundert mich noch immer, dass ich schon 30 Stunden hinter mir habe, ohne den Story-Modus und den Online-Modus mitzuzählen. Das ist deutlich mehr als damals mit Mario Tennis Aces, was damals für mich nur okay war. Insgesamt also ein starkes Spiel, auch für Leute, die sich nicht für Tennis interessieren.

    Pro
    • Fever-System bringt taktische Tiefe und spaßiges Chaos ins Arcade-Tennis
    • Stabile Performance mit 60 FPS
    • 100 Herausforderungen in Missionstürmen bieten langfristige Motivation
    • Getrennte Online-Ranglisten für Fever und Non-Fever
    • GameShare ermöglicht lokale Sessions mit nur einem Exemplar (Switch 2 und Switch 1)
    • 38 Charaktere und 30 Fever-Schläger für vielfältige Kombinationen
    • Tolle Grafik, Auflösung und detaillierte Spielwelt
    Kontra
    • Abenteuermodus nur 3 bis 5 Stunden lang und stark tutorial-lastiger erster Hälfte, trotz interessantem Story-Ansatz und gut designter Spielwelt.
    Ümit Memisoglu
    Gründer und Chefredakteur von Umihito.de. Foodvlogger, Technikblogger und Ingenieur.

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