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    Metroid Prime 4: Beyond – Story und Atmosphäre

    Metroid Prime 4: Beyond teleportiert Samus Aran auf den Planeten Viewros nach einem Angriff von durch Metroids kontrollierten Space Pirates unter der Führung von Sylux, dem Antagonisten aus dem Nintendo DS Ableger Metroid Prime Hunters. Ich finde gerade den Anfang sehr spannend, da es mich ein wenig an Star Wars: Republic Commando erinnert. Nach dem Intro setzt die Geschichte eher auf Neugier und schrittweises Entschlüsseln als auf lange Dialogketten. Dabei geht es zentral darum, wie Samus überhaupt dorthin gelangt ist und was es mit dem Volk der Lamorn auf sich hat. Vieles bleibt bewusst fragmentarisch, weil Hintergrundinfos vor allem über Scans von Relikten, Terminals und Fundstücken vermittelt werden. Wer konsequent scannt, bekommt deutlich mehr Kontext zu Orten, Fraktionen und Ereignissen, während man ohne diese Zusatzinfos eher der Hauptspur folgt.

    Atmosphärisch bleibt Metroid Prime 4: Beyond sehr nah an dem, was die Reihe ausmacht. Lange Strecken verbringt Samus allein in einer fremden Umgebung, begleitet von dezenten Geräuschen wie dem Piepen des Visiers und dem Hall der eigenen Schritte. Zwischensequenzen sind vorhanden, werden aber sparsam eingesetzt und wirken dadurch eher wie gezielte Highlights als wie ständige Unterbrechungen. Ein Beispiel dafür sind Begegnungen mit Sylux, die in klar inszenierten Szenen eskalieren und der Handlung spürbar Druck geben, ohne die ruhigen Erkundungsphasen komplett zu verdrängen. Es spielt sich zwar wie ein Shooter, aber ist eher ein Action-Adventure, da man mehr erkundet, Rätsel löst etc. statt zu kämpfen. Das macht die Kämpfe und vor allem die Bosskämpfe deshalb umso besser.

    Metroid Prime 4 Beyond – Nintendo Switch 2 Edition Testbericht Test Review

    Interessant ist auch die Struktur rund um das zentrale Gebiet Sol Valley. Dieses Tal fühlt sich anfangs relativ friedlich an, fast wie ein Ort zum Durchatmen zwischen Missionen. Im Verlauf tauchen dort jedoch mehr Hinweise, versteckte Bereiche und nach und nach auch mehr Figuren auf, wodurch der Hub nicht nur Wegkreuzung bleibt, sondern eine eigene kleine Entwicklung bekommt. Das fahren durch Sol Valley macht tatsächlich Spaß, wenn auch nicht viel auf der Map zu finden ist. Was den Spaß etwas dämmt sind die Kristalle, die man auf der Map spätestens zum Ende des Spiels sammeln muss und dafür die Karte mehrfach abfahren muss. Das hätte man sicherlich etwas reduzieren können. Ansonsten gefallen mir die unterschiedlichen Regionen auf Viewros, die jeweils einen klaren Ton setzen, vom dichten Dschungel mit Ruinen und Geräuschkulisse bis zur Wüste mit Sandstürmen und flimmernder Hitze.

    Metroid Prime 4 Beyond – Nintendo Switch 2 Edition Testbericht Test Review

    Metroid Prime 4: Beyond – Gameplay und Kampfsystem

    Der Grundablauf von Metroid Prime 4: Beyond ist klassisch Metroid. Man erkundet Bereiche, stößt auf verschlossene Türen oder unerreichbare Plattformen und findet später das passende Upgrade, um dort weiterzukommen. Scan Visier und Morph Ball sind wieder feste Werkzeuge, und das Spiel belohnt es, auch abseits des Wegs nach Raketen Upgrades, Energie Tanks oder Scan Einträgen zu suchen. Die Welt ist nicht komplett offen, sondern setzt auf ein Hub Prinzip: Von Sol Valley aus führen Wege in mehrere große Regionen, die sich wie eigenständige Abschnitte mit klarer Progression anfühlen.

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    Die auffälligste Neuerung sind die psychischen Fähigkeiten. Metroid Prime 4: Beyond gibt Samus im Verlauf Kräfte, mit denen sich Energieschüsse telekinetisch lenken lassen und Objekte aus der Distanz bewegt werden können. Das landet nicht nur in Rätseln, sondern auch im Kampf. Es ist möglich, Projektile in der Luft umzulenken oder die Bewegung bestimmter Plattformen zu beeinflussen, während man gleichzeitig weiter feuert. Dadurch entstehen Situationen, in denen nicht nur Reaktionszeit zählt, sondern auch Positionierung und Timing, weil der Raum selbst Teil des Kampfes wird. Gerade die Bosskämpfe erfordern oft, dass man alle Fähigkeiten von Samus kennt. Gerade der letzte Kampf ist enorm schwer, wenn man nicht weiß, wenn man nicht alle eigenen Fähigkeiten nutzt und damit experimentiert. Es ist praktisch wie Zelda, wo man die eigenen Fähigkeiten auf den Gegner oder Boss anpassen muss. Daher sind Bosse vor allem auch selbst eine Art Rätsel.

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    Die Gebiete sind dabei thematisch und mechanisch klar getrennt. In der Wüste spielt Hitze eine Rolle, wodurch ein passender Anzug als Fortschritts Schlüssel dient. In der Volt Forge treffen industrielle Anlagen, elektrische Fallen und ein eigenes Gegner Set aufeinander, inklusive passender Upgrades wie einem elektrischen Beam. Diese Struktur gibt dem Spiel einen sehr nachvollziehbaren Rhythmus: Region betreten, neues Problem verstehen, Upgrade finden, mit dem Upgrade das Missionsziel erreichen, danach mit der neuen Fähigkeit auch in ältere Bereiche zurückkehren und dort neue Wege öffnen.

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    Sol Valley bleibt nicht nur eine Karte mit Abzweigungen, sondern wird auch spielerisch genutzt, weil Samus hier erstmals ein Fahrzeug bekommt, das Vi O La Bike. Damit lassen sich Strecken im Hub schneller zurücklegen, und in offenen Bereichen kann das Bike sogar in Kämpfen eingesetzt werden, etwa um Gegner zu überfahren oder während der Fahrt zu schießen. Das fühlt sich nicht wie ein aufgesetztes Minispiel an, sondern wie ein Werkzeug für genau die Situationen, in denen ein Hub sonst zur Laufstrecke werden könnte.

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    Bei Komfortfunktionen ist Metroid Prime 4: Beyond deutlich zugänglicher als manche ältere Genre Vertreter. Es gibt eine automatische Karte mit Markierungen, ein Missionslog für aktuelle Ziele und optional Hinweise, wenn man länger festhängt. Diese Tipps sind nicht dauerhaft präsent, sondern eher als Rettungsleine gedacht und kommen wirklich nach sehr langer Zeit und nicht wie von vielen Behauptet alle 5 Minuten. Ich habe in 18 Stunden vielleicht mal 4-6 Funk-Calls erhalten und das auch nur, wenn ich die gesamte Wüste abgefahren bin. Wer das klassische Gefühl von Orientierung durch Beobachtung will, kann die Hilfen in den Einstellungen auch abschalten oder schlicht ignorieren. Für Komplettisten hilft zusätzlich eine Anzeige auf der Karte, ob in einem Sektor noch Items fehlen. Dies muss für jeden Sektor Richtung Ende des Spiels aber separat freigeschaltet werden und benötigt eine entsprechende Fähigkeit sowie das finden von speziellen Scanner-Robotern.

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    Wichtig für die Erwartungshaltung ist auch, dass Metroid Prime 4: Beyond ein reines Einzelspieler Spiel bleibt. Es gibt keine Multiplayer Modi, keine Koop Missionen und keine Arena. Dafür sind Schwierigkeitsgrade vorhanden, und nach dem Durchspielen wird traditionell ein höherer Modus freigeschaltet, was für einen weiteren Durchlauf einen klaren Anreiz setzt. Der Rest des Wiederspielwerts kommt über die typischen Metroid Ziele, also 100 Prozent Items, Scans und Bonus Extras, die sich erst bei sehr gründlichem Erkunden freischalten. Scans gibt es wirklich enorm viele. Ich habe in meinem ersten Durchgang 96% gescannt. Manche neue Scans sind für die Story vielleicht nicht so sehr relevant, aber viele geben interessante Zusatzinformationen und wer 100% gescannt hat, sieht, wie es für Metroid Spiele üblich ist, Samus am Ende des Spiels ohne Helm.

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    Metroid Prime 4: Beyond – Grafik und Performance

    Metroid Prime 4: Beyond setzt visuell auf starke Kontraste, klare Lichtführung und einen Mix aus hochtechnologischen Innenräumen und organischen Landschaften. Ein Detail, das sofort hängen bleibt, ist die Spiegelung im Visier, bei der Samus Gesicht bei Mündungsfeuer kurz von innen sichtbar wird. Dazu kommen Materialien, die sauber voneinander getrennt wirken, von metallisch glänzenden Laborflächen bis zu naturbelassenen Ruinen im Dschungel. Auch wenn einzelne Objekte in ihrer Geometrie eher schlicht ausfallen können, kaschiert das Spiel das oft mit stimmigen Texturen und Beleuchtung, sodass es im Gesamtbild weniger auffällt.

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    Auf der Nintendo Switch 2 bietet Metroid Prime 4: Beyond zwei Grafikmodi. Im Quality Modus läuft das Spiel am Fernseher in 4K bei 60 Bildern pro Sekunde mit HDR, im Handheld Betrieb in 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde ebenfalls mit HDR. Der Performance Modus setzt auf maximale Flüssigkeit und erreicht im Dock Betrieb 1080p bei 120 Bildern pro Sekunde mit HDR, im Handheld Betrieb 720p bei 120 Bildern pro Sekunde. Wer einen Bildschirm mit 120 Hertz Unterstützung nutzt, merkt vor allem beim Zielen und schnellen Kamerawechseln, wie viel ruhiger und direkter sich die Bewegung anfühlt. Dabei gibt es qualitativ zwischen dem 4K Modus und dem 120 Hz Modus kaum unterschiede, wie z.B. auch Digital Foundry fesgestellt hat, weshalb ich auch komplett mit 120 Hz gespielt habe.

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    Technisch bleibt der Eindruck sehr sauber. Die Bildrate wirkt im Spielablauf stabil, und die kürzeren Ladezeiten der Nintendo Switch 2 helfen dabei, dass Wechsel zwischen Gebieten weniger aus dem Tempo reißen. Gerade in dunklen Bereichen profitieren die Umgebungen sichtbar von HDR, weil Lichter, Anzeigen und Effekte mehr Zeichnung im Schwarz behalten und gleichzeitig deutlich kräftiger leuchten können.

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    Metroid Prime 4: Beyond – Musik und Sounddesign

    Die Musik von Metroid Prime 4: Beyond stammt von Kenji Yamamoto und Minako Hamano und bleibt insgesamt sehr nah am typischen Metroid Klangbild. Viele Stücke arbeiten mit ambienten Flächen, elektronischen Rhythmen und zurückhaltenden Melodien, die eher tragen als dominieren. Sobald Bosskämpfe oder Action Sequenzen anziehen, wird die Musik deutlich direkter, mit treibenden Beats und markanten Akzenten, die den Druck im Kampf erhöhen, ohne die Atmosphäre zu verlieren.

    Metroid Prime 4 Beyond – Nintendo Switch 2 Edition Testbericht Test Review

    Schön ist, dass Metroid Prime 4: Beyond in einzelnen Bereichen bewusst aus dem Schema ausbricht. In der Volt Forge läuft ein deutlich rockigerer Track mit E Gitarren Riffs, der zu den industriellen Hallen und elektrischen Fallen passt und sich klar von den sonst zurückhaltenden Stücken absetzt. Gleichzeitig variiert der Score hörbar je nach Biom, mit organisch klingenden Elementen im Dschungel und eher mechanischen Pulsen in futuristischen Anlagen. Auch bekannte Leitmotive werden dezent zitiert, ohne dass es wie ein reines Best Of wirkt. Wichtig ist hier auch nochmal zu erwähnen: Die Jukebox, die man während des Fahrens in Sol Valley zum hören von ausgewählten Titeln nutzen kann, erfordert nicht den Kauf eines Amiibos. Es ist ein Endgame Feature, dass im Verlauf des Spiels sowieso freigeschaltet wird. Durch das scannen des Vio-La Amiibo lässt sich das nur früher als vom Spiel vorgesehen freischalten. Es besteht hier also keine Paywall.

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    Beim Sounddesign liefert Metroid Prime 4: Beyond viele kleine Details. Schritte klingen je nach Untergrund unterschiedlich, Maschinen haben einen tiefen Grundton, und das Scan Geräusch sitzt so prägnant im Mix, dass es sich sofort als Feedback Signal einprägt. Das Aufladen des Beam hat eine klar hörbare Steigerung, bis der Schuss in einem kräftigen Entladungs Sound endet. Räumlich funktioniert das ebenfalls gut, weil sich Gegner und Projektilrichtungen über Geräusche oft schon erahnen lassen, bevor man sie im Blick hat. Auf der Nintendo Switch 2 ist zusätzlich Surround Sound mit Dolby Atmos Pass Through möglich, sofern am Gerät aktiviert.

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    Auch bei Dialogen bewegt sich Metroid Prime 4: Beyond vorsichtig nach vorn. Samus bleibt grundsätzlich wortkarg, aber Figuren wie Galactic Federation Soldaten und Myles MacKenzie bekommen vertonte Zeilen. Das sorgt für kleine Auflockerungen und macht die wenigen Begegnungen greifbarer, ohne dass die typische Einsamkeit der Reihe komplett verloren geht. Wichtig zu erwähnen hier ist, weil das in den Sozialen Medien extrem aufgebläht wird: Die Charaktere haben jeweils in ihrer eigenen Sektion maximal 5 Minuten Relevanz. Danach sieht man sie bis zum Ende des Spiels praktisch nicht wieder.

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    Metroid Prime 4: Beyond – Preis und Verfügbarkeit

    Metroid Prime 4: Beyond ist sowohl physisch im Handel als auch digital im Nintendo eShop erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt in Deutschland bei 69,99 Euro für die Metroid Prime 4: Beyond Nintendo Switch 2 Edition und bei 59,99 Euro für die Version auf Nintendo Switch. Wer bereits die Nintendo Switch Version besitzt, kann die Nintendo Switch 2 Features über ein separates Upgrade Pack für 9,99 Euro freischalten, sodass die Preisdifferenz im Kern dem Upgrade entspricht. Zudem gibt es noch einige Bundles mit Merch-Artikeln. Ebenso ein Nintendo Switch 2-Bundle, wobei das aktuelle Pokémon-Legenden: Z-A Bundle nochmal günstiger ist. Daher wer eine Nintendo Switch 2 und beide Spiele möchte, käme mit dieser Kombination etwas günstiger weg.

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    Metroid Prime 4: Beyond

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    Metroid Prime 4: Beyond kombiniert die klassische Metroid Prime Struktur aus Erkundung, Upgrades und cleverem Backtracking mit einer frischen Idee rund um psychische Fähigkeiten, die in Rätseln und Kämpfen gleichermaßen greift. Die Nintendo Switch 2 Edition zeigt das Spiel mit sehr stabiler Performance, HDR und einer Maussteuerung, die besonders beim schnellen Zielen überzeugt. Dazu kommen eine konsequent geheimnisvolle Atmosphäre auf Viewros und ein Sounddesign, das die Welt ständig mit kleinen Details zusammenhält. Insgesamt entsteht ein Abenteuer, das Fans der Reihe genauso abholt wie Spieler, die erstmals in diese Art von Science Fiction Erkundung einsteigen. Man muss dem Spiel nur eine Chance geben.

    Pro
    • Starke Metroid Atmosphäre mit ruhigen Erkundungsphasen und klar gesetzten Story Momenten
    • Psi Fähigkeiten bringen neue Lösungen in Rätsel und Kämpfe
    • Hub Struktur mit Sol Valley und Vi O La Bike sorgt für Tempo zwischen den Regionen
    • Sehr flüssige Darstellung auf der Nintendo Switch 2 inklusive 120 Bilder pro Sekunde Option
    • Soundtrack und Geräuschkulisse sind abwechslungsreich und stimmig
    Kontra
    • Kein Multiplayer Modus
    • Das Fahren durch Sol Valley macht zwar Spaß, aber hätte mehr Erkundung, weniger Kristalle vertragen können
    Ümit Memisoglu
    Gründer und Chefredakteur von Umihito.de. Foodvlogger, Technikblogger und Ingenieur.

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