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    Milano’s Odd Job Collection ist eine Neuveröffentlichung eines japanischen Spiels aus dem Jahr 1999 und verbindet eine kleine Lebenssimulation mit einer Sammlung sehr unterschiedlicher Minispiele. Über 40 Tage nimmt Milano morgens einen Nebenjob an und erledigt abends zu Hause kleine Routinen.

    Statt einer großen Open World oder langen Questketten läuft hier fast alles über den Tagesablauf: Job auswählen, Minispiel spielen, Geld verdienen, danach im Haus Entscheidungen treffen. Gerade diese klare Struktur macht schnell verständlich, was das Spiel sein will, nämlich ein kurzer, ruhiger Mix aus Arbeit, Haushalt und kleinen Überraschungen.

    Milano's Odd Job Collection Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Milano’s Odd Job Collection – Story und Atmosphäre

    Die Rahmenhandlung ist bewusst schlicht: Milano, ein 11 jähriges Mädchen, verbringt den Sommer allein in Zucchini Town, während ihre Mutter im Krankenhaus ist.  Um zu zeigen, dass sie ein verantwortungsvolles Kind ist und sich alleine um sich und den Haushalt kümmern kann, nimmt sie unterschiedliche Jobs an, verdient Geld, kümmert sich um sich, das Zuhause oder um ihre Katze.

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    Große Story Wendungen oder dramatische Ereignisse gibt es nicht, stattdessen wirkt das Ganze wie eine Abfolge kleiner Sommer Tage, die eher über Stimmung als über Plot funktionieren. Am Ende läuft alles auf einen klaren Abschluss hinaus, wenn Milanos Eltern wieder zurückkommen.

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    Die Atmosphäre lebt von den Kontrasten zwischen Alltag und skurrilen Ideen. Einerseits erledigt Milano abends Dinge wie Wäsche, Kochen oder Staubsaugen, andererseits sind die Jobs oft märchenhaft überdreht, etwa Obstpflücken in einem verwunschenen Obstgarten mit riesigen Bienen oder die Krankenhaus Aufgabe mit cartoonhaften Viren. Es gibt keine echten Gefahren und keine Bestrafungen, wodurch das Spiel fast durchgehend leicht und entspannt bleibt. Kleine Details wie das Sternegucken am Schlafzimmerfenster geben dem Ganzen noch etwas mehr Ruhe.

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    Gleichzeitig ist die Spielwelt sehr klein gehalten. Neben Milano selbst tauchen nur wenige Figuren auf, und klassische Gespräche mit Freunden oder Nachbarn finden praktisch nicht statt. Wer bei einer Kleinstadt sofort an viele Nebencharaktere und kleine Storystränge denkt, bekommt hier eher eine stille Kulisse, die vor allem durch Milanos Reaktionen und die Präsentation getragen wird.

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    Milano’s Odd Job Collection – Gameplay

    Das Herzstück ist der 40 Tage Modus: Pro Tag wird vormittags ein Teilzeitjob gewählt, der als Minispiel gespielt wird, und bei Erfolg gibt es eine Geldbelohnung. Die acht Jobs unterscheiden sich deutlich in Thema und Eingabe. Das Fast Food Minispiel setzt auf schnelle Buttonfolgen beim Bedienen von Kunden, auf der Farm werden fliegende Kühe eingefangen und gemolken, im Krankenhaus werden Viren im Mund per Tastenfolgen bekämpft, und später ist auch ein einfaches Rhythmusspiel als Popstar möglich.

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    Scheitert man in einem Job, bleibt es an dem Tag bei null Einnahmen, aber das Spiel baut daraus keinen harten Rückschlag. Das passt zur generellen Ausrichtung: Es gibt Druck über die eigene Planung, aber keine Strafen, die einen Run zerstören. Dadurch probiert man viel aus und lernt nach und nach, welche Jobs gut liegen und wie man die Abende sinnvoll nutzt.

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    Nach dem Job wechselt der Abend in den Heimbereich. Hier lassen sich bis zu zwei Aktionen pro Abend auswählen, zum Beispiel kochen, staubsaugen, Wäsche waschen, die Haustierkatze füttern oder neue Gadgets ausprobieren. Diese Tätigkeiten bringen kein direktes Geld, erhöhen aber Werte wie Stimmung, Energie und Geschick, die wiederum Einfluss darauf haben, welche schwierigeren Job Varianten verfügbar werden. Gerade das Hochziehen von Milanos Skill wird wichtig, weil höhere Schwierigkeitsstufen mehr verlangen, dafür aber auch besser bezahlen.

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    Geld landet nicht einfach nur auf einem Konto, sondern fließt in den Versandkatalog: Möbel und Dekorationen richten das Haus ein und schalten teilweise neue Möglichkeiten frei. Wer etwa Pflanzen kauft, bekommt das Gießen als neue Abend Aktion, und ein Musikinstrument ermöglicht Üben. Das sorgt dafür, dass sich ein Durchlauf nicht nur nach Minispielen anfühlt, sondern auch nach einer kleinen Aufbau Routine, die man selbst steuert.

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    Nach 40 Tagen gibt es eine Gesamtbewertung, zum Beispiel als Rang wie C oder D, abhängig davon, wie viel Geld zusammenkommt und wie konsequent man den Alltag gestaltet. Ein kompletter Durchlauf ist eher kurz und lädt genau deshalb zu Wiederholungen ein, schon weil man die Mechaniken beim zweiten Anlauf besser versteht und weil bestimmte Inhalte wie der Popstar Job erst über Bedingungen in früheren Runs freigeschaltet werden können. Nicht alles wird dabei sauber erklärt, was das Entdecken zwar reizvoll macht, aber am Anfang auch etwas Herumprobieren verlangt.

    Milano’s Odd Job Collection – Grafik und Performance

    Optisch setzt Milano’s Odd Job Collection komplett auf einen farbenfrohen 2D Pixelstil, der bewusst wie aus der 16 Bit Ära wirkt. Figuren und Umgebungen bleiben klar und leicht lesbar, und Milano selbst hat viele kleine Animationen, die ihre Stimmung zeigen, egal ob sie arbeitet, herumräumt oder abends einfach nur zur Ruhe kommt. Diese Detailarbeit hilft dabei, dass die sehr kleine Welt trotzdem Persönlichkeit bekommt.

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    Die Neuveröffentlichung modernisiert vor allem die technische Seite: Ladezeiten sind verkürzt, und die Darstellung ist auf moderne Bildschirmauflösungen angepasst. Auf der Nintendo Switch läuft das Spiel unauffällig stabil, was auch dazu passt, dass es technisch nicht besonders anspruchsvoll ist.

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    Als Komfort kommt noch dazu, dass jederzeit speicherbare Stände und eine Rückspulfunktion vorhanden sind. Gerade bei den Minispielen ist das praktisch, weil Fehler nicht zwangsläufig den ganzen Tag kaputt machen müssen.

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    Milano’s Odd Job Collection – Musik und Sounddesign

    Beim Sound geht das Spiel klar auf Retro Charme. Der Soundtrack arbeitet mit leichten, fröhlichen Chiptune Melodien, die eher begleiten als dominieren, und damit gut zu einem Spiel passen, das viel über Routine und kleine Aktionen funktioniert.

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    Ein auffälliges Extra der Neuauflage ist der englische Titelsong namens “Colors”, der von Milanos englischer Sprecherin Kayli Mills gesungen wird. Dazu kommt eine englische Vollvertonung der Dialoge, mit der Option, auf japanisches Original Audio umzuschalten.

    Die Soundeffekte sind bewusst simpel, sitzen aber passend auf den Aktionen. Ob beim Abwaschen, beim Kuhmelken oder beim Abarbeiten von Eingaben im Fast Food Job, das Audio gibt unmittelbares Feedback.

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    Milano’s Odd Job Collection – Preis und Verfügbarkeit

    Milano’s Odd Job Collection ist in Europa als reiner Download Titel erhältlich und kostet im Nintendo eShop 14,99 Euro. Eine physische Version gibt es nicht. In Europa ist das Spiel ab 7 Jahren freigegeben. Ursprünglich war auch eine Nintendo Switch 2 Version bzw. ein kostenloses Upgrade geplant. Dieses wurde aber mittlerweile gecancelt. Das ist aber völlig ok, da ich den Sinn einer Switch 2 Version sowieso nicht verstanden habe, da es kein anspruchsvolles Spiel ist und auf beiden Systemen super läuft. Ich selbst habe es auf der Nintendo Switch 2 gespielt.

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    Milano's Odd Job Collection

    8

    Milano's Odd Job Collection ist ein ungewöhnlicher Mix aus Minispielsammlung und ruhiger Sommerroutine, der sich angenehm von typischen Genreformeln absetzt. Die klare Tagesstruktur macht schnell verständlich, was man tut, und die Jobs sind kreativ genug, um auch nach mehreren Tagen noch neugierig zu bleiben. Durch die Speicher und Rückspulfunktion spielt sich das Ganze entspannt, ohne dass einzelne Fehler sofort frustrieren. Wer Lust auf Retro Pixeloptik, kurze Spielabschnitte und eine leichte Slice of Life Stimmung hat, findet hier ein Spiel, das in kleinen Portionen besonders gut funktioniert.

    Pro
    • Acht sehr unterschiedliche Jobs als Minispiele
    • Entspannter 40 Tage Ablauf ohne harte Strafen
    • Farbenfrohe Pixelgrafik mit vielen kleinen Animationen
    • Speicherstände und Rückspulfunktion als sinnvolle Komfortfeatures
    • Günstiger Download Preis im Nintendo eShop
    Kontra
    • Rahmenhandlung bleibt sehr minimal, wenige Nebenfiguren
    • Ein Durchlauf ist vergleichsweise schnell abgeschlossen
    Ümit Memisoglu
    Gründer und Chefredakteur von Umihito.de. Foodvlogger, Technikblogger und Ingenieur.

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