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    Orbitals ist ein Koop-Puzzle-Adventure des Tokioter Studios Shapefarm, das exklusiv für Nintendo Switch 2 erschienen ist und sich ausschließlich zu zweit spielen lässt. Zwei Spieler übernehmen die Rollen von Maki und Omura, teilen sich dauerhaft den Bildschirm und lösen Aufgaben, die immer zwei unterschiedliche Werkzeuge gleichzeitig verlangen. Die gesamte Inszenierung orientiert sich an Anime der 80er und 90er Jahre, samt handgezeichneter Zwischensequenzen und eines gesungenen Openings. Einen Einzelspielermodus und einen KI-Partner gibt es nicht. Ob das reine Koop-Spiel überzeugen kann, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

    Orbitals Koop Multiplayer Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Orbitals – Story und Atmosphäre

    Maki und Omura wachsen in einer Raumstation-Siedlung auf, die hinter einer kosmischen Sturmwand treibt. Der Prolog zeigt die beiden als Kinder, als ein Sturm große Teile der Station zerstört. Die Technik der Siedlung kann Bewusstsein und Körper voneinander trennen und in Seelenbehältern sichern, sodass eine Person später einen neuen Körper erhält. Nach einem Zeitsprung sind beide erwachsen, die Station liegt auf einem Asteroiden fest und die Schutzschilde verlieren Energie. Damit steht der Auftrag fest: Maki und Omura fliegen jenseits der Sturmwand los, um Reaktorkassetten zu bergen und die Siedlung zu stabilisieren.

    Orbitals Koop Multiplayer Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Maki ist Mechanikerin, ungeduldig und schlägt erst zu, bevor sie überlegt, was gerade kaputtgegangen ist. Omura ist Kartograph, ruhiger und kommentiert selbst größere Katastrophen noch mit einem albernen Spruch. Das Geplänkel der beiden trägt einen großen Teil der Laufzeit und gibt Orbitals einen leichten, oft kindischen Ton (im unterhaltsamen Sinne). Rund um die beiden steht eine kleine Besetzung mit Siedlungsoberhaupt Togen, der rauen Mechanikerin Kinakoko und dem Händler Jaga.

    Orbitals Koop Multiplayer Nintendo Switch 2 Testbericht Test Review

    Unter der lockeren Oberfläche liegt ein schwererer Stoff. Ein zerstörter Seelenbehälter bedeutet den endgültigen Tod, und wenn Maki und Omura auf verlassenen Stationen darauf stoßen, wird der sonst so alberne Ton für einen Moment still. Je weiter die Reise führt, desto häufiger tauchen Hinweise auf frühere Versuche auf, die Sturmwand zu durchbrechen. Gegen Ende verdichtet sich das zu einer Auseinandersetzung darüber, wie viel eine Gemeinschaft von Einzelnen verlangen darf, wenn Körper technisch ersetzbar sind.

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    Erzählt wird das über Zwischensequenzen, die Studio Massket in klassischer Animation umgesetzt hat, über Dialoge während des Spielens und über die Umgebungen selbst. Die Übergänge zwischen Film und Spielabschnitt sind so weich gesetzt, dass die Kontrolle oft schon zurück ist, bevor man es merkt, aber es sich gleichzeitig wie ein spielbarer Anime anfühlt. Die Handlung selbst bleibt dabei einfach gestrickt. Wer eine dicht gebaute Science-Fiction-Geschichte erwartet, bekommt sie hier nicht, denn die Motivationen der Nebenfiguren bleiben dünn und die großen Themen kommen erst spät zum Tragen. Das ist jedoch völlig ok, denn die Spielmechaniken, die kontinuierlichen Unterhaltungen zwischen den beiden Charakteren und die tolle Animation tragen den Spaß des Spiels.

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    Orbitals – Gameplay und Kampfsystem

    Das Raumschiff der beiden dient als Ausgangspunkt. Dort laufen Gespräche mit der Besatzung, dort stehen die freischaltbaren Minispiele mit gemeinsamem Leaderboard, und dort wird entschieden, wer welches Werkzeug mitnimmt.

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    Anschließend übernimmt ein Spieler das Steuer und fliegt auf einer flachen Ebene durch Asteroidenfelder, während der andere die Geschütze bedient und Felsbrocken, Raketen und Turrets abräumt. Über eine Luftschleuse geht es dann in die eigentlichen Rätselabschnitte auf verlassenen Stationen.

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    Vier Werkzeuge tragen den Großteil des Spiels. Der Scrap Hook greift Objekte, zieht sie heran und dreht Plattformen. Der Liquid Launcher verschießt kühlende Flüssigkeit, löscht Feuer, treibt Wasserräder an und lässt kurzlebige Plattformen entstehen. Die Beam Cannon ist ein Laser, der Material erhitzt, durchtrennt und Generatoren mit Energie versorgt. Die Spirit Microwave kommt später dazu und erlaubt es, den Geist in fremden Maschinen zu übernehmen und diese als Avatar zu steuern.

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    Jedes Werkzeug hat zwei Funktionen, und jede Aufgabe verlangt die Kombination von zweien. Ein Stahlträger wird mit dem Strahl erhitzt und anschließend mit dem Haken aus dem Weg gebogen. Eine Maschinenklappe wird aufgehakt, damit der Partner das Feuer dahinter löschen kann. In einem Lava-Abschnitt steht eine Person auf einem Steg über der Glut, während die andere ein Stockwerk tiefer Flüssigkeit an die Decke schießt und damit die Plattformen erzeugt, über die der Weg weitergeht. Weil beide Figuren jedes Werkzeug aufnehmen können, sind die Rollen nicht festgelegt, und wer mit dem Zielen Probleme hat, tauscht einfach.

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    Gewechselt wird nicht nur das Werkzeug, sondern auch die Spielform. Einzelne Kapitel kippen in eine 2D-Seitenansicht, in Arenen mit Twin-Stick-Steuerung, in einen Parcours mit veränderter Schwerkraft oder in ein Rhythmus-Minispiel, bei dem beide Spieler im Takt Eingaben setzen müssen.

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    Dazu kommen kurzlebige Extras wie Raketenrucksäcke, Bodenstampfer und Blasenplattformen, die jeweils nur eine Aufgabe lang halten. Klassische Aufwertungen oder Fertigkeitsbäume gibt es nicht. Der Fortschritt läuft über neue Werkzeuge und über immer verschachteltere Kombinationen des bereits Gelernten.

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    Direkter Kampf spielt eine kleine Rolle. Geschossen wird auf Turrets, Drohnen und Asteroiden, dazu kommen Umweltgefahren wie Laser, Stromfelder und Lava, die eher Rätselcharakter haben. Die größeren Auseinandersetzungen finden im Schiff statt, wo Pilot und Schütze unter Druck Prioritäten setzen müssen. Diese Bosskämpfe sehen gut aus und funktionieren im Wechselspiel der beiden Rollen, bleiben mechanisch aber einfach.

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    Schwierigkeitsgrade gibt es nicht. Der Anspruch entsteht aus der Abstimmung zwischen zwei Personen, und die Rätsel selbst sind fordernd, ohne unfair zu werden. Nach einem Fehlschlag setzt Orbitals kurz vor der Stelle wieder ein, sodass Wiederholungen schnell gehen. Zwei Punkte drücken den Ablauf trotzdem. Das automatische Speichern greift nur an größeren Missionszielen, manuell speichern lässt sich nicht, und wer eine Sitzung mitten im Kapitel beendet, verliert den Zwischenfortschritt. Außerdem gibt es Passagen, in denen eine Person längere Zeit zusieht, während die andere eine Einzelaktion ausführt, besonders in den Flugstrecken.

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    Die Kampagne ist in Kapitel unterteilt und dauert rund sechs Stunden. Wer alle versteckten Minispiele einsammeln will, kommt etwas darüber hinaus. Ein Postgame mit neuen Mechaniken gibt es nicht, einzelne Kapitel und Minispiele lassen sich aber erneut angehen. Jeder Spieler braucht ein vollständiges Controller-Set, ein einzelner Joy-Con pro Person reicht nicht. An Optionen stehen ein teilweiser Tastentausch, Achseninvertierung für Kamera und Flug sowie Einstellungen gegen Kamerawackeln bereit, dazu Untertitel für Gehörlose mit anpassbarem Kontrast. Die Zieleinblendungen sind allerdings groß und lassen sich nicht vorübergehend ausblenden. Schade fand ich nur, dass man die Seiten der Kamera nicht tauschen kann, da Maki immer links und Omura immer rechts im Bild ist. Wer seinen Lieblingsplatz im Raum hat, und nicht Diagonal schauen will, muss sich also umsetzen, wenn der Charakter den man spielt nicht egal ist.

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    Orbitals – Grafik und Performance

    Orbitals läuft auf der Unreal Engine 5 und ist von Grund auf für Nintendo Switch 2 entwickelt worden. Der Look ahmt japanische Zeichentrickproduktionen der 80er und 90er Jahre nach, bis hin zur Filmkörnung über dem Bild. Die Figuren animieren dabei mit deutlich reduzierter Bildrate, wie in klassischer Zellanimation, während die Kamera weich und flüssig mitzieht. Der Kontrast wirkt in den ersten Minuten ungewohnt und geht danach vollständig auf.

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    Die Schauplätze reichen von industriellen Stationen über bewachsene Gewächshausmodule bis zu tiefen Minen mit Feuer und Lava. Die Hintergründe sind gemalt gehalten, wodurch sich die deutlich schärfer gezeichneten Figuren klar davon abheben. Der Wechsel zwischen Zwischensequenz und Spielabschnitt läuft ohne sichtbaren Schnitt, und in beiden Bildhälften des geteilten Bildschirms bleibt die Darstellung gleich sauber.

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    Technisch bleibt das stabil. Der geteilte Bildschirm läuft im lokalen Spiel wie über GameShare ohne auffällige Einbrüche, auch in den engeren Plattformpassagen, in denen genaues Timing zählt. Ladezeiten fallen kurz aus, Kapitelwechsel und Rücksetzpunkte greifen zügig.

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    Orbitals – Musik und Sounddesign

    Den Soundtrack hat das schwedische Duo Falk & Klou geschrieben. Die 41 Stücke bedienen den gleichen Zeitraum wie die Optik, mit Synthesizerflächen, treibenden Melodien und ruhigeren Stücken für die Phasen an Bord der Siedlung. Gesungen werden das Opening „Accelerating Destiny“ und der Abspanntitel „Heart To Heart“ von Mami Ayukawa, die in den 80er Jahren unter anderem die Titelsongs zu Mobile Suit Zeta Gundam und Heavy Metal L-Gaim eingesungen hat. Die Musik reagiert moderat auf die Situation und zieht in den Schiffskämpfen und im Finale spürbar an.

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    Die Soundeffekte sind bewusst überzeichnet. Laser, Greifhaken und Explosionen klingen nach Anime-Vertonung und nicht nach Realismus, was zum Rest des Auftritts passt. Die Stationen und Asteroidenfelder haben jeweils eine eigene Geräuschkulisse aus Maschinenbrummen, Sturmgeräuschen und den Lauten der kleinen Kreaturen, die dort herumlaufen.

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    Orbitals ist in acht Sprachen vollständig vertont, darunter Deutsch und Japanisch. Die deutsche Fassung ist stark besetzt: Franciska Friede spricht Maki, Tim Knauer übernimmt Omura, Vincent Fallow spricht Togen, dazu kommen Anja Topf als Kinakoko und K.H. Möller als Jaga. Die Sprecher treffen den überdrehten Ton der Vorlage, und die deutsche Spur steht der japanischen in nichts nach, gerade weil hier sprachlich gut für deutsches Publikum lokalisiert wurde. Bildschirmtexte gibt es zusätzlich in weiteren Sprachen, die Untertitel sind in gelber Schrift gehalten und zitieren damit alte Anime-Veröffentlichungen.

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    Orbitals – Preis und Verfügbarkeit

    Orbitals ist am 3. September 2026 exklusiv für Nintendo Switch 2 erschienen und trägt eine USK-Freigabe ab 12 Jahren. Die physische Fassung hat eine UVP von 49,99 Euro. Im Nintendo eShop kostet die digitale Standardfassung 39,99 Euro, die Deluxe Edition liegt bei 49,99 Euro und enthält zusätzlich ein digitales Artbook, den Soundtrack, zwei Charakter-Kostüme sowie zwei Schiff-Skins. Für Besitzer der Standardfassung gibt es diese Inhalte separat als Deluxe Upgrade Pack.

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    Für zwei Spieler reicht eine Vollversion. Der Global Friend’s Pass steht kostenlos im Nintendo eShop bereit und erlaubt es einem Partner, die komplette Kampagne online mitzuspielen, solange der Gastgeber das Spiel besitzt. Die App enthält zusätzlich eine lokale Koop-Demo. Lokaler Splitscreen und lokales GameShare laufen ohne Abo, wobei GameShare vor Ort auch mit einer Nintendo Switch der ersten Generation funktioniert. Für das Spiel über das Internet wird eine Mitgliedschaft bei Nintendo Switch Online benötigt. Mikrotransaktionen gibt es nicht.

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    Orbitals

    8.7

    Orbitals ist das Koop-Spiel, das der Nintendo Switch 2 bisher gefehlt hat. Die vier Werkzeuge werden über die gesamte Kampagne hinweg immer wieder neu verschaltet, und kaum ein Raum wiederholt eine Idee aus dem vorherigen. Dazu kommt eine Präsentation, die den Anime-Look nicht nur zitiert, sondern bis in die Bildrate der Figuren und die gelben Untertitel durchzieht, getragen von einem Soundtrack und einer starken deutschen Sprachfassung, die beide auf dem gleichen Niveau arbeiten. Wer einen festen Mitspieler auf der Couch oder am anderen Ende der Leitung hat, bekommt hier ein paar richtig gute Abende. Dass eine Vollversion für zwei Personen genügt, macht den Einstieg zusätzlich leicht.

    Pro
    • Asymmetrische Rätsel, die vier Werkzeuge ständig neu kombinieren
    • Handgezeichnete Zwischensequenzen mit nahtlosen Übergängen ins Spiel
    • Ständige Wechsel zwischen Rätselräumen, Schiffspassagen und Minispielen
    • Vollständige deutsche Sprachausgabe mit starkem Cast
    • Eine Vollversion reicht für zwei Spieler
    Kontra
    • Kampagne nach rund sechs Stunden vorbei
    • Ohne zweiten Spieler nicht spielbar
    Ümit Memisoglu
    Gründer und Chefredakteur von Umihito.de. Foodvlogger, Technikblogger und Ingenieur.

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