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    Pokémon-Legenden: Z-A – Story und Atmosphäre

    Pokémon-Legenden: Z-A ist der Nachfolger von Pokémon X und Pokémon Y, über welchen seit 2013 spekuliert wurde. Diesmal wurde das komplette Abenteuer nach Illumina City verlegt, mit dessen dichtem, urbanem Setting statt auf einer klassischen Reise durch mehrere Städte und Routen. Der Fokus auf eine Metropole verändert den Ton spürbar, weil Alltagsszenen, Mode, Cafés und kleine Begegnungen im Viertel stärker in den Vordergrund rücken. Gleichzeitig bleibt die Stadt ein Spielplatz, in dem hinter jeder Ecke eine neue Aufgabe, ein Gespräch oder eine Begegnung mit wilden Pokémon wartet.

    Pokémon-Legenden Z-A Nintendo Switch 2 Edition Testbericht Test Review

    Die Handlung setzt in der Gegenwart an, nimmt aber deutlich Bezug auf die Kalos Vergangenheit. Azett, also AZ, taucht als wichtige Figur auf, führt das Hotel Z und übernimmt eine Mentorrolle, wodurch Themen wie Verantwortung und der Umgang mit großer Macht stärker mitschwingen als in vielen jüngeren Serienteilen. Das bleibt familienfreundlich, wirkt aber in Ton und Motiven reifer, weil vieles eher angedeutet als breit ausgewalzt wird.

    Strukturell führt Pokémon-Legenden: Z-A die Story eng am Z-A Turnier entlang. Als Neuankömmling (bzw. eigentlich als Tourist, der eigentlich nur die Stadt besuchen wollte) schließt man sich Team MZ an, einer jungen Gruppe mit klarem Ziel, den Aufstieg von Rang Z bis Rang A zu schaffen, da damit gewisse Privilegien kommen sollen, etwa ein Wunsch oder Macht über die Stadt. Manche haben eher einfachere Motive wie der Taxifahrer auf Rang Z, der möchte, dass mehr Leute Taxis nutzen, während andere ernstere Ziele verfolgen. Was zunächst wie ein sportlicher Wettbewerb aussieht, bekommt schnell eine zweite Ebene und ein eigentliches Hauptziel, in der man die Stadt vor einer Bedrohung schützt.

    Das Spiel erzählt seine Geschichte über feste Etappen, Zwischensequenzen und Dialoge, die immer wieder Figuren in den Mittelpunkt stellen, statt nur das nächste Arenaziel abzuhaken. Besonders angenehm fällt auf, wie selbstverständlich Pokémon-Legenden: Z-A seine Charaktere in den Stadtalltag einbettet.

    Rivalen und Verbündete wirken nicht wie reine Stichwortgeber, sondern wie Personen mit eigenen Motiven, Ecken und kleinen Marotten, die in Illumina City glaubwürdig funktionieren. Es ist auch das erste Pokemon Spiel, wo ich mit jedem NPC gesprochen habe. Zwar sagen diese hier auch 1-2 Sätze, aber bei vielem frage ich mir, ob es den Bewohnern der Stadt wirklich gut geht, da sie teilweise bizarre oder existenzielle Aussagen haben, was doch sehr unterhaltsam und ungewohnt ist.

    Atmosphärisch lebt Pokémon-Legenden: Z-A stark von diesem Kontrast: tagsüber wirkt Illumina City vergleichsweise leicht und zugänglich, mit Shops, Cafés und ruhigen Wegen durch die Distrikte. Illumina City bietet nicht nur Boulevards und Wahrzeichen, sondern auch Zonen, die sich wie kleine Biotope anfühlen und die Erkundung abwechslungsreich halten. Nachts kippt die Stimmung spürbar, wenn das Turnier in dunkleren Gassen und abgeschirmten Bereichen stattfindet und die Stadt ein anderes Gesicht zeigt. Genau diese Wechsel geben dem Spiel Rhythmus und sorgen dafür, dass sich die Story nicht wie eine lose Aneinanderreihung von Aufgaben anfühlt.

    Pokémon-Legenden: Z-A – Gameplay und Kampfsystem

    Die größte Veränderung in Pokémon-Legenden: Z-A ist das Echtzeitkampfsystem. Angriffe haben Abklingzeiten, der Trainer bewegt sich frei im Kampfgebiet und kann mit einer Rolle aktiv ausweichen, was Duelle deutlich körperlicher wirken lässt als das klassische Rundenmodell. Typenvorteile bleiben erhalten, dadurch ist es weiterhin sinnvoll, Teamzusammenstellung und Matchups mitzudenken, aber die Entscheidung, wann eine lange Abklingzeit wirklich investiert wird, entsteht jetzt mitten in der Bewegung.

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    Zum Kampfsystem passt das Fangmodell, weil Fangen und Kämpfen ohne separaten Bildschirm ineinander übergehen. In Wildzonen innerhalb der Stadt lassen sich Pokémon direkt anvisieren und Pokébälle im Vorbeigehen werfen, was gerade beim Pokédex Aufbau eine enorme Sogwirkung erzeugt. Schwächere Pokémon können sofort im Ball landen, aggressive Exemplare erzwingen eher einen Kampf, wenn der erste Versuch scheitert. Das ist nicht nur schneller, sondern verändert auch die eigene Routine, weil Sammeln nicht mehr wie ein extra Programmpunkt wirkt, sondern wie ein natürlicher Teil der Fortbewegung durch die Stadt.

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    Das Z-A Royale System setzt den Rahmen des Gameplay-Loops von Pokémon-Legenden: Z-A. Nacht für Nacht tauchen Kampfsektoren in wechselnden Stadtvierteln auf, in denen Trainer auf der Straße herausfordern, sobald sie den Spieler entdecken. Wer vorsichtig vorgeht, kann sich anschleichen und mit einem Erstschlag Vorteil starten, was im Echtzeitmodell sofort spürbar ist. Punkte, Challenge Tickets und Rangaufstieg Matches sorgen dafür, dass der Aufstieg wie ein Turnierverlauf wirkt, allerdings verlangt das System zwischen den Story Duellen eine merkliche Menge an Wiederholungen, wenn die Punktekosten anziehen. Hologramme als Bonusziele sind hier das praktische Werkzeug, weil sie zusätzliche Punkte liefern und den Weg nach oben abkürzen können.

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    Ein zweiter Motor sind Mega Entwicklungen und der Megawahn. Wilde Pokémon können (im Rahmen der Story) unkontrolliert mega evolvieren, was als zentrales Mysterium in die Story eingebaut ist und spielerisch über Bosskämpfe aufgelöst wird. In diesen Begegnungen ist Ausweichen besonders wichtig, weil der Trainer selbst Schaden nehmen kann, während das eigene Team parallel gesteuert wird. Als Belohnung winken häufig passende Mega Steine. Das eröffnet spürbar neue Optionen im Kampf eröffnet. Zudem ist es auch generell spannend zu sehen, wie die neuen Entwicklungen aussehen, die ich hier wirklich sehr gelungen finde.

    Diese Mischung erklärt auch, warum Pokémon-Legenden: Z-A ungewöhnlich stark zum Vervollständigen des Pokédex motiviert. Das Spiel macht es leicht, zwischendurch gezielt ein paar Einträge zu erledigen, weil Fangaktionen nicht ständig Unterbrechungen erzeugen und Illumina City als kompakter Schauplatz Wege überschaubar hält. Beispielsweise wird man in Wildzonen nicht dauernd zu kämpfen mit Trainern gezwungen, während man in Turnierzonen sich nicht um wilde Pokemon kümmern muss. Gleichzeitig gibt es genug Varianten an Orten, Tageszeiten und Begegnungen, um das Sammeln lange interessant zu halten, statt nach kurzer Zeit in Routine zu kippen.

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    Pokémon-Legenden: Z-A – Multiplayer

    Der Multiplayer in Pokémon-Legenden: Z-A besteht im Kern aus Tausch und dem Z-A Battle Club. Beim Tauschen wählst du ein Pokémon aus deiner Box, gehst in die Tauschfunktion und verbindest dich entweder lokal oder online mit einer anderen Person. Danach wird der Tausch direkt durchgeführt. Das ist vor allem dann relevant, wenn dir für den Pokédex bestimmte Pokémon fehlen oder wenn eine Entwicklung an einen Tausch gebunden ist. Das Spiel gibt einem aber viele Möglichkeiten in Wildzonen oder in Story-Missionen auch ohne Tausch jedes Pokemon zu fangen. Etwa eine spätere Mission, wo man drei Gengar vertreiben muss, sie aber mit Glück auch fangen kann. Ebenso gibt es mindestens einen Starter aus mehreren Generationen durch Nebenmissionen und alle später in Endgame-Wildzonen zu fangen.

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    Der Z-A Battle Club ist der Modus für Online-Kämpfe. Hier treten bis zu vier Spieler gleichzeitig gegeneinander an. Ein Match läuft mit Zeitlimit, und am Ende zählt, wer in dieser Zeit die meisten K.-o.s gegen die Pokémon der anderen Spieler holt. Das spielt sich deutlich schneller als klassische Einzelkämpfe, weil du nicht nur auf einen Gegner fokussiert bist, sondern ständig entscheiden musst, wen du gerade angreifst und wo du dich hinstellst. Mega-Entwicklungen können dabei eingesetzt werden.

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    Online kannst du entweder über Matchmaking nach Gegnern suchen oder private Runden erstellen. Für private Runden gibt es Lobby-Codes, damit ihr euch gezielt in denselben Raum verbindet. Außerdem gibt es Geheimgeschenke über das Internet, die du im Menü abrufen kannst, wenn gerade Aktionen laufen. Mehr gibt es nicht: keinen Koop-Modus für die Story und keine gemeinsamen Erkundungs-Sessions in Illumina City.

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    Pokémon-Legenden: Z-A – Grafik und Performance auf Nintendo Switch 2

    Die Nintendo Switch 2 Edition von Pokémon-Legenden: Z-A nutzt die zusätzliche Leistung klar für höhere Auflösung und flüssigeres Gameplay, technisch ist hier bis zu 4K im TV Modus und ein 60 FPS Ziel angesetzt. Dazu kommen HDR auf kompatiblen Displays und 5.1 Raumklang über HDMI, was gerade in nächtlichen Sektoren und in Innenräumen für mehr Tiefe sorgt, wenn das Setup passt.

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    Wichtig ist aber die eigentliche Bildwirkung, nicht nur die Auflösung. Pokémon-Legenden: Z-A trifft in Illumina City oft schöne Momente. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Detailarbeit nicht überall gleich stark ist. Einige Fassadentexturen wirken aus der Nähe weich, Animationen vieler NPCs bleiben steif und die Mimik des eigenen Charakters wiederholt sich auffällig.

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    Insgesamt finde ich stört das alles aber überhaupt nicht, denn das Spiel ist gut optimiert und macht Spaß. Dass viele Fassaden gleich aussehen merkt man überhaupt nicht, weil man sich in der Regel dauerhaft bewegt.

    Pokémon-Legenden: Z-A – Musik und Sounddesign

    Der Soundtrack von Pokémon-Legenden: Z-A ist einer der klaren Stimmungsträger. Es gibt orchestrale Passagen, treibende elektronische Themen für die Kampfsektoren und französisch angehauchte Akkordeon Melodien, die Illumina City eine erkennbare Identität geben, ohne permanent im Vordergrund zu stehen. Besonders stark ist, wie flexibel die Musik reagiert. Im Schleichmodus wird sie leiser und spannungsvoller, beim nahtlosen Übergang in einen Straßenkampf wechselt das Thema ohne Bruch, was das Echtzeitgefühl unterstützt. Dazu kommen viele kleine Wiedererkennungswerte für Kalos Fans. Motive aus Pokemon X und Y werden neu arrangiert.

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    Bei den Effekten bleibt vieles auf solidem Pokémon Niveau, mit klaren Attackensounds, bekannten Cries und spürbarer HD Vibration bei schweren Treffern. Stark sind die akustischen Signale rund um den Megawahn, wenn verzerrte Brülllaute und ein bedrohliches Grollen schon vor dem eigentlichen Kampf Spannung aufbauen. Ein echter Wermutstropfen ist die fehlende Sprachausgabe, weil manche emotionalen Szenen dadurch spürbar still wirken, selbst wenn Bildregie und Musik eigentlich auf einen größeren Moment zielen.

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    Pokémon-Legenden: Z-A – Preis und Verfügbarkeit

    Pokémon-Legenden: Z-A ist bereits für Nintendo Switch und Nintendo Switch 2 erschienen und ist sowohl physisch als auch digital im Nintendo eShop sowie über den My Nintendo Store erhältlich. Die Nintendo Switch 2 Edition ist inhaltlich identisch, gilt technisch aber als eigene Version. Spielstände sind kompatibel, die Editionen sind jedoch separate Produkte.

    Pokémon-Legenden Z-A Nintendo Switch 2 Edition Testbericht Test Review

    Preislich liegt der digitale Vollpreis im Nintendo eShop bei 59,99 Euro für die Standard Version und 69,99 Euro für die Nintendo Switch 2 Edition. Für 9,99 Euro lässt sich die Nintendo Switch Version aber auch jederzeit auf die Nintendo Switch 2 Version upgraden . Wer noch mehr Inhalt möchte, findet zudem die Erweiterung Mega Dimensionen als digitalen Zusatzkauf für 29,99 Euro. Auch ein Bundle mit der Erweiterung oder mit einer Nintendo Switch 2 ist mittlerweile verfügbar. Gerade wo das Mario Kart World Bundle nicht mehr auf dem Markt ist, ist das Nintendo Switch 2 + Pokemon Legenden: Z-A Bundle ein echt gutes Angebot, wenn man beides kaufen möchte. Da es deutlich günstiger ist, als beides einzeln zu kaufen.

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    Pokémon-Legenden: Z-A

    9.1

    Pokémon-Legenden: Z-A ist für mich das stärkste Pokémon Spiel der letzten Jahre, weil es von Anfang bis Ende Spaß macht und kaum Leerlauf hat. Die neue Kampf und Fangmechanik sorgt dafür, dass Kämpfe schneller wirken und das Sammeln von Pokémon nicht zur Fleißarbeit wird. Dazu kommen eine überraschend gute Story mit Figuren, die im Kopf bleiben, und eine Stadt, die mit ihrer lockeren Stimmung richtig gut zum Erkunden passt. Am Ende bleibt vor allem hängen, wie motivierend das Spiel ist, weil man wirklich dranbleibt und sogar den Pokédex wieder komplett machen will.

    Pro
    • Nahtloses Fangen ohne Unterbrechungen
    • Echtzeit Kampfsystem mit klarer Typenlogik und spürbarem Tempo
    • Motivierende Struktur durch Z-A Royale und Rangaufstiege
    • Flüssiges Gameplay mit konstanten 60 FPS
    • Pokedex Vervollständigung ist deutlich zugänglicher
    • Megawahn-Kämpfe bieten eine echte Herausforderung
    Kontra
    • Keine Sprachausgabe in Story Szenen
    • Die Cutscene für den Tag und Nachtwechsel ist nicht überspringbar
    • Viele Gebäude sehen ähnlich aus
    Ümit Memisoglu
    Gründer und Chefredakteur von Umihito.de. Foodvlogger, Technikblogger und Ingenieur.

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