Die Ray-Ban META Wayfarer (Gen1) kombiniert das ikonische Wayfarer Design mit einer unauffällig integrierten Kamera, offenen Lautsprechern und Mikrofonen. Damit entsteht eine Smart-Brille, die äußerlich wie eine klassische Ray-Ban aussieht, im Alltag aber Fotos, Videos, Musik und Telefonie direkt im Gestell bündelt. Auch einige Jahre nach dem Start bleibt Gen1 interessant, nicht zuletzt durch deutlich gefallene Preise im Vergleich zum ursprünglichen Marktstart.

Ray-Ban META Wayfarer (Gen1) – Lieferumfang, Design und Funktionalität
Im Lieferumfang der Ray-Ban META Wayfarer (Gen1) liegt alles, was für den täglichen Einsatz nötig ist. Neben der Brille selbst gibt es ein hartes Etui, das gleichzeitig als Ladecase dient, ein USB C Ladekabel, ein weiches Mikrofaser Beutel Etui sowie gedruckte Schnellstart Anleitung und Garantieinformationen. Das Hardcase besitzt einen integrierten Akku, eine Status LED und lädt die Brille über Kontakte im Nasensteg automatisch, sobald sie eingelegt wird.
Die Fassung besteht aus hochwertigem Acetat und orientiert sich optisch sehr nah an einer normalen Wayfarer Sonnenbrille. Kameras, Lautsprecher und Mikrofone verschwinden fast komplett im Rahmen, nur wenige Details weisen auf die zusätzliche Technik hin. Das Gewicht liegt bei rund 48 Gramm und damit nur wenig über einer klassischen Wayfarer, was für ein natürliches Tragegefühl sorgt. Die Version im Test kommt in der Variante Shiny Caramel mit braunen polarisierten Gläsern (Brown Polarised) und wirkt im Alltag eher wie ein modisches Accessoire als wie ein Technik Gadget.

Ray-Ban bietet Gen1 in mehreren Gestellformen und in zwei Größen an, dazu kommen zahlreiche Rahmenfarben von klassischem Schwarz über Havanna Braun bis hin zu Blau oder Olivgrün. Bei den Gläsern stehen getönte Sonnengläser, Polarisationsvarianten, Verlaufsgläser, klare Gläser mit Blaulichtfilter sowie selbsttönende Transitions Optionen zur Wahl. Wer Sehstärke benötigt, kann die Gläser wie bei einer normalen Brille beim Optiker gegen Korrektionsgläser tauschen lassen, entweder über Ray Bans eigenen Rezeptservice oder individuell beim Augenoptiker.

Funktional integriert die Wayfarer Gen1 einen Auslöserknopf am rechten Bügel für Fotos und Videos, ein kapazitives Touchfeld zur Mediensteuerung sowie offene Lautsprecher direkt vor den Ohren. Über den Taster lassen sich kurze Clips und Schnappschüsse aufnehmen, während Gesten wie Tippen und Wischen am Bügel Wiedergabe und Lautstärke steuern. Im Alltag wirkt das Bedienkonzept sehr unaufdringlich: Die Brille sitzt wie eine normale Sonnenbrille im Gesicht, kann aber jederzeit als Kamera oder Kopfhörerersatz dienen, ohne dass ein Smartphone in der Hand gehalten werden muss.

Ray-Ban META Wayfarer (Gen1) – App und Einrichtung
Die Smart Funktionen der Brille laufen über die Meta View beziehungsweise Meta AI App, die es für iOS und Android gibt. Nach der Installation führt die App Schritt für Schritt durch die Ersteinrichtung: Brille einschalten oder im Case in den Pairing Modus versetzen, per Bluetooth koppeln, einige Berechtigungen erteilen und bei Bedarf direkt ein erstes Firmware Update installieren. Anschließend zeigt die App den Ladezustand von Brille und Case, ermöglicht das Importieren von Fotos und Videos per schnellem WLAN Direkttransfer und dient als Zentrale für alle Einstellungen.
Innerhalb der App lassen sich zahlreiche Parameter anpassen. Dazu gehören unter anderem die Sprache und Aktivierung der Sprachsteuerung, das Verhalten beim Antippen oder längeren Halten des Touchfelds, die Helligkeit der Status LED oder ob eingehende Nachrichten vorgelesen werden sollen. Außerdem können verknüpfte Dienste wie Facebook Messenger, WhatsApp oder Spotify eingebunden werden, sodass Sprachbefehle und Gesten direkt mit dem eigenen Kommunikations und Musik Setup zusammenarbeiten.
Ein Punkt, der sich im Laufe der Zeit verändert hat, betrifft die Kontenbindung. Ursprünglich ließ sich Gen1 mit einem Meta Account nutzen, der nicht zwingend an ein klassisches Facebook Profil gekoppelt war. Inzwischen verlangt die aktuelle Meta AI App wieder einen Facebook beziehungsweise Meta Login. Wer keinen eigenen Account verwenden möchte, bekommt im Einrichtungsprozess automatisch einen separaten, technisch generierten Account zugewiesen, über den die Brille betrieben werden kann. Das ist ein kleiner zusätzlicher Schritt, der aber in der Praxis schnell erledigt ist und im Alltag kaum ins Gewicht fällt.

Ray-Ban META Wayfarer (Gen1) – KI-Funktionen
Die intelligenten Funktionen der Ray-Ban META Wayfarer (Gen1) konzentrieren sich auf Sprachsteuerung und Assistenz über die Meta Plattform. Über das Kommando „Hey Facebook“ oder „Hey Meta“ lassen sich per Stimme Fotos auslösen, Videos starten, Anrufe anstoßen oder Nachrichten verschicken, ohne dass das Smartphone in die Hand genommen werden muss. Die Brille bestätigt Befehle per Sprachausgabe, kann eingehende Nachrichten vorlesen und weist auf niedrigen Akkustand oder vollen Speicher hin.

Die eigentliche KI steckt dabei in den Backend Diensten von Meta: Sprachbefehle werden in der Cloud interpretiert, sodass die Assistenz auch komplexere Anweisungen wie „sende eine WhatsApp Nachricht an …“ oder „rufe … an“ zuverlässig versteht. Funktionen wie das Vorlesen von Messenger Nachrichten oder die Integration der Telefonkontakte sorgen dafür, dass die Brille sich im Alltag wie ein leichter, ständig verfügbarer Sprachassistent anfühlt. Die Meta AI App bietet darüber hinaus weitere KI Features, die unabhängig von der Brille genutzt werden können, etwa einen Chat Assistenten direkt auf dem Smartphone.

Ray-Ban META Wayfarer (Gen1) – Kamera
Im Gestell sitzen zwei Kamerasensoren mit je 5 Megapixeln, die Fotos mit bis zu 2592 mal 1944 Pixeln und quadratische Videos mit 1184 mal 1184 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Die Brennweite ist als Weitwinkel ausgelegt und entspricht ungefähr dem menschlichen Sichtfeld, sodass die Aufnahmen sehr nah an dem liegen, was die Trägerin oder der Träger tatsächlich sieht. Die Dual Kamera Konfiguration ist in Gen1 auf 2D Material ausgelegt und erzeugt keine separaten 3D Dateien.

Bedient wird die Kamera über den physischen Knopf am rechten Bügel: kurzer Druck für ein Video, längerer Druck für ein Foto. Eine gut sichtbare weiße LED an der Front zeigt Außenstehenden, dass gerade aufgenommen wird, während im Innenbereich ein kleines Statuslicht informiert, ob die Aufnahme läuft.
Die Bildqualität ist klar auf spontane Momentaufnahmen und Social Media zugeschnitten. Bei gutem Licht entstehen farbige, authentische Schnappschüsse aus der Ich Perspektive, die sich direkt in der App importieren, zuschneiden und bei Bedarf zu kurzen Montagen kombinieren lassen. Für klassische Urlaubsfotos oder aufwendige Porträts bleibt das Smartphone die erste Wahl, die Brille ergänzt es als unauffällige Immer dabei Kamera für Situationen, in denen die Hände frei bleiben sollen.
Ray-Ban META Wayfarer (Gen1) – Audio
Die Ray-Ban META Wayfarer (Gen1) setzt auf offene Lautsprecher, die im vorderen Teil der Bügel sitzen und den Schall direkt in Richtung Ohr schicken, ohne das Ohr zu verschließen. Das Klangbild ist auf Sprache und mittlere Frequenzen optimiert, Stimmen und Podcasts klingen klar und gut verständlich, Musik wird sauber wiedergegeben. Im Vergleich zu In Ear Kopfhörern fehlt naturgemäß der tiefe Bass, dafür bleibt die Umgebung jederzeit hörbar. Ich persönlich finde den Ton wirklich super und höre in ruhigeren Umgebungen, beim Sport oder beim Spazieren lieber mit der Brille, da der Ton wirklich gut in die Ohren geleitet wird und durch die offene Bauweise natürlicher klingt als geschlossene Kopfhörer, ohne mich komplett von der Außenwelt zu isolieren.

In der Praxis fühlt sich die Brille wie ein sehr leichter, offener Kopfhörer an. Beim Spazierengehen, Joggen oder Pendeln lassen sich Musik oder Hörbücher hören, während Verkehr, Ansagen oder Gespräche weiterhin wahrgenommen werden. Genau das macht die Brille im Straßenverkehr attraktiv, weil man akustisch nicht von der Außenwelt abgekoppelt ist. Nutzerinnen und Nutzer können beispielsweise einen Podcast hören und gleichzeitig problemlos auf Ansprache reagieren.

Bei moderater Lautstärke ist die Schallabstrahlung nach außen vergleichsweise gering. Personen direkt neben einem können bei leiser Umgebung zwar mitbekommen, dass etwas läuft, auf normaler Distanz oder in typischen Alltagsgeräuschen bleibt der Klang aber weitgehend privat. Für Telefonate arbeitet die Brille mit einem Drei Mikrofon Array und Geräuschunterdrückung, wodurch die eigene Stimme für Gesprächspartner sehr natürlich und deutlich klingt, obwohl das Mikrofon deutlich weiter vom Mund entfernt sitzt als bei einem klassischen Headset.
Ray-Ban META Wayfarer (Gen1) – Akku
In jedem Bügel sitzt ein kleiner Akku, zusammen ergibt sich eine Kapazität von rund 150 bis 180 Milliamperestunden. Ray-Ban gibt für die Brille eine Laufzeit von bis zu etwa drei Stunden bei aktiver Nutzung an, etwa beim Musikhören in mittlerer Lautstärke. Je nach Szenario kann das etwas darunter oder deutlich darüber liegen: Dauerhaft laute Wiedergabe oder viele Videoaufnahmen entladen den Akku schneller, während sporadische Nutzung mit Standby Phasen die Laufzeit spürbar verlängert.

Das Ladecase ist ein wichtiger Teil des Konzepts. Es enthält einen zusätzlichen Akku, der die Brille etwa drei Mal vollständig nachladen kann, bevor das Etui selbst wieder an die Steckdose muss. Insgesamt ergibt sich damit eine typische Gesamtnutzungszeit von rund 12 Stunden aktiver Nutzung, Meta spricht bei gemischter Nutzung inklusive Standby von etwa 24 Stunden. Die Brille lädt im Case sehr zügig, nach etwa 30 Minuten sind rund 50 Prozent erreicht, eine Komplettladung dauert gut eine Stunde. Eine LED am Case informiert dabei über den Ladestand von Etui und Brille.

Geladen wird das Case über USB C, sodass sich vorhandene Ladegeräte oder Powerbanks verwenden lassen. Im Alltag bedeutet das: Brille morgens aufsetzen, zwischendurch bei Bedarf kurz ins Case legen und so über den Tag verteilt immer wieder einige Stunden Audio oder Aufnahmen nutzen, ohne bewusst über Ladestände nachdenken zu müssen.

Ray-Ban META Wayfarer (Gen1) – Preis und Verfügbarkeit
Die erste Generation der Ray-Ban Smart Glasses startete 2021 als Ray-Ban Stories, mittlerweile läuft sie unter dem Namen Ray-Ban META Wayfarer (Gen1). Zum Marktstart lag der offizielle Preis in Europa bei 329 Euro für die Standardversion mit normal getönten Sonnengläsern, polariserte Gläser lagen etwa 30 bis 50 Euro darüber, Transitions Varianten noch einmal etwas höher. Seit mit Gen2 eine Nachfolgegeneration auf dem Markt ist, sind die Preise für Gen1 deutlich gefallen. Deshalb bekommt man sie schon ab 249 Euro. Entweder direkt bei Ray-Ban, oder via Meta selbst, falls ihr das direkt über die Anbieter beziehen wollt. Nicht jede Farbe bzw. jede Kombination ist überall zu finden, daher muss man auch in anderen Shops schauen, ob die gewünschte Farbe dort erhältlich ist.



















