RingConn Gen 2 – Design und Verarbeitung
Der RingConn Gen 2 ist mit 2 bis 3 Gramm Gewicht und rund 2 Millimetern Wandstärke der derzeit dünnste und leichteste Smart-Ring. Das Gehäuse besteht aus Titan mit PVD-Beschichtung, wodurch er sich stabil anfühlt und unauffällig trägt.

In meinem Test habe ich den Ring oft komplett vergessen. Weder beim Arbeiten noch im Schlaf war er spürbar störend. Die Innenseite ist ergonomisch abgeflacht und mit medizinischem Epoxidharz versehen, was den Tragekomfort zusätzlich steigert. Auch nach längerer Tragedauer hatte ich nicht das Gefühl, dass der Ring einschnürt oder stört. Optisch wirkt er dezent und lässt sich kaum von einem normalen Ring unterscheiden, wodurch ich Kollegen im Alltag oft sagen musste, dass es ein Smart-Ring ist, obwohl sie selbst welche tragen, die aber wesentlich dicker sind.

Lediglich bei intensiven Tätigkeiten mit starkem Handkontakt, etwa Krafttraining, empfiehlt es sich, den Ring abzunehmen, um Kratzer zu vermeiden. Tatsächlich habe ich den Ring auch schon einmal fallen lassen. Etwa von 1,50 m auf den Bordstein und zumindest die silberne Version, die ich trage, blieb unbeschadet.

Im Vergleich zu einer klassischen Uhr ist der Ring nahezu unsichtbar, was ihn gerade im Büro oder bei formellen Anlässen interessant macht. Dort, wo eine Smartwatch optisch auffallen würde, bleibt der RingConn unscheinbar und wie ein einfaches Schmuckstück.

RingConn Gen 2 – Größenbestimmung und Einrichtung
Ein wichtiger Punkt beim Kauf ist die richtige Größenfindung. RingConn liefert hierfür ein kostenloses Testkit mit Dummy-Ringen in den US-Größen 6 bis 14. Das ist besonders hilfreich, da man die Proberinge, solange man möchte, auch über Nacht tragen kann, um sicherzugehen, dass der Smart-Ring später nicht zu eng oder zu locker sitzt.

Ich war genau zwischen zwei Größen und habe mich auf Empfehlung der RingConn Webseite für die kleinere entschieden, was die richtige Wahl war, da der eigentliche Ring aufgrund des medizinischen Epoxidharzes im Inneren und leichten Toleranzen (wodurch sie minimal größer ausfallen) spürbar lockerer sitzt. Das Tragen über mehrere Tage ist deshalb wichtig, da die Finger im Laufe des Tages, durch Temperatur oder durch Bewegung oft anschwellen. Aktuell, wo ich durch das Herumrennen auf der IFA etwas abgenommen habe, denke ich auch, wenn ich den Ring neu aufsetze, ob dieser zu locker ist, aber sobald ich mich bewege und meine Finger anschwellen, merke ich, dass es die richtige Größe ist. Daher kurz gefasst: Nehmt euch Zeit beim Tragen der Testringe und nehmt die kleinere Größe, wenn ihr zwischen zwei Größen seid. Auf Reddit gibt es nämlich viele Beiträge von Leuten, die den Testring nur eine halbe Stunde getragen haben und jetzt unzufrieden sind, weil der Ring zu eng sitzt oder viel zu locker.

Was mir am Testkit super gefällt, ist, dass auch Samples der Farben dabei sind. Das hat mir enorm geholfen, um zu sehen, wie die Farben in Echt aussehen, da sie aus Bildern oft schwer korrekt wahrnehmbar sind. So kann man sie etwa abnehmen und z.B. am Finger platzieren, um zu sehen, welche gut passt. Ich habe mich passend zu meiner Uhr für Silber entschieden. Grundsätzlich sind die drei glänzenden Farben auch besser geeignet, wenn einem das Thema Abnutzung wichtig ist.

Nach der finalen Größenbestimmung muss nur noch die Ringgröße weitergegeben werden und schon wird der Versand vorbereitet. Natürlich verzögert sich die Lieferung des Rings dadurch etwas.
Die Einrichtung verlief danach unkompliziert: Über die RingConn-App wird der Ring via Bluetooth gekoppelt, ein kurzes Firmware-Update geladen und nach wenigen Sekunden war er einsatzbereit. Die App fragt grundlegende Daten wie Alter, Gewicht oder Geschlecht ab und bietet anschließend ein übersichtliches Dashboard für Schlaf, Aktivität und Stress.
RingConn Gen 2 – Technische Daten und Ausstattung
Im Inneren arbeiten ein PPG-Sensor für Herzschlag und Blutsauerstoff, ein Temperatursensor sowie ein 3-Achsen-Beschleunigungssensor. Damit werden Schlafphasen, HRV, Atemfrequenz und Bewegung zuverlässig erfasst. Der Ring ist bis 10 ATM wasserdicht und eignet sich auch zum Schwimmen.

Die Akkulaufzeit beträgt im Normalbetrieb rund 10 bis 12 Tage, sofern man ihn dauerhaft trägt; das magnetische Ladeetui liefert zusätzlich Energie für bis zu 150 Tage ohne Steckdose. Ein ARM-basierter Prozessor verarbeitet die Daten lokal, bevor sie per Bluetooth 5.0 an die App übertragen werden. Bemerkenswert ist, dass trotz der geringen Größe eine so umfangreiche Ausstattung integriert ist.
RingConn Gen 2 – Funktionen und Features
Der Ring deckt die typischen Funktionen eines modernen Health-Trackers ab: Schlafanalyse mit Sleep Score, 24/7-Herzfrequenzmessung, HRV- und Stress-Monitoring, Aktivitäts-Tracking mit Schrittzählung und Kalorienberechnung. Besonders hervorzuheben ist das Schlafapnoe-Screening, das Atemaussetzer anhand von Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz erkennt. In meinem Test lieferte es plausible Ergebnisse, sollte aber eher als Frühwarnsystem verstanden werden. Für Training stehen fünf manuell wählbare Modi zur Verfügung, seit Herbst 2025 erkennt der Ring Workouts ab zehn Minuten Dauer nun automatisch.
Über die App lassen sich außerdem Wellness-Tipps abrufen, etwa zu Schlafhygiene oder Stressabbau. Diese Hinweise sind recht allgemein, aber sie geben Impulse für Verhaltensänderungen. Neu hinzugekommen ist ein monatlicher Schlafapnoe-Report, der Auffälligkeiten übersichtlich zusammenfasst. Ebenfalls angekündigt ist eine Blutdruckmessung, die sich noch in einer Beta-Version befindet und zukünftig freigeschaltet werden soll. Für Frauen interessant ist das KI-gestützte Zyklustracking, das Temperaturdaten zur Vorhersage fruchtbarer Tage nutzt und damit eine zusätzliche Ebene an Gesundheitsdaten liefert.

In der Praxis zeigte sich der RingConn Gen 2 als stabiler Begleiter. Die Synchronisation mit der App funktionierte zuverlässig, erfordert aber eine Verbindung zu den Cloud servern. Während Schlaf- und Aktivitätsdaten eng mit Vergleichsgeräten übereinstimmten, fiel mir die hohe Ausdauer besonders positiv auf: Auch bei aktivierter Schlafapnoe-Erkennung hielt der Akku noch rund 8-10 Tage durch. Normalerweise läuft diese für eine vollständige Auswertung drei Nächte. Danach muss sie erneut aktiviert werden. Im Normalbetrieb erreichte ich problemlos über 12 Tage, da ich den Ring auch gerne mal oft abnehme, wenn ich mit der Kamera arbeite etc. Bei sportlicher Belastung zeigte der Pulssensor nur geringe Abweichungen im Vergleich zu anderen Wearables und Messgeräten.
Da der Ring praktisch immer getragen werden kann – auch beim Schlafen und Duschen –, entstehen deutlich weniger Datenlücken als bei Smartwatches. Gerade wer lückenlose Gesundheitsdaten haben möchte, profitiert hiervon. Kritik gibt es höchstens bei der App, die zwar enorm viele Rohdaten bietet, aber wenig interpretierende Analysen liefert. Besonders für Neueinsteiger wirken die Auswertungen teils überladen. Im Vergleich zu Uhren fehlt es an motivationalen Metriken, die direkt Handlungsempfehlungen geben.

RingConn Gen 2 – App und Datennutzung
Die RingConn-App ist das Herzstück der Nutzung. Sie bietet ein Dashboard mit Tagesübersicht, Schlafanalysen, Aktivitätsstatistiken, Stresswerten und Temperaturkurven. In meinem Test überzeugte vor allem die lückenlose Datensammlung: Jeder Tag wird in fein aufgeschlüsselten Diagrammen dargestellt. Auffällig ist, dass sich die Rohdaten im Detail exportieren lassen – etwa als CSV oder PDF. Das macht den Ring für analytisch orientierte Nutzer interessant, die eigene Auswertungen vornehmen wollen.
Im Vergleich zu meiner parallel getragenen Withings Scanwatch Nova fielen die Ergebnisse nahezu identisch aus. Schlafdauer, Schlafphasen und Herzfrequenz zeigten im direkten Vergleich Abweichungen von nur wenigen Prozentpunkten. Während die Withings-Uhr bei den Trenddarstellungen etwas eleganter wirkt, bietet RingConn den Vorteil der nahezu ununterbrochenen Tragezeit ohne Ablenkung durch ein Display. Bei der HRV-Messung lagen die Werte beider Geräte erstaunlich nah beieinander, ebenso bei den täglichen Schrittzahlen. Die Uhr lieferte teilweise etwas mehr Kontext, während der Ring durch die kontinuierliche Nutzung vollständiger wirkte.
Die App setzt klar auf Datenfülle: Jede Messung lässt sich in Diagrammen verfolgen, oft mit Stundengenauigkeit. Für Sportler oder datenaffine Nutzer ist das ein Vorteil. Wer hingegen eine kompakte Einschätzung sucht, etwa in Form eines „Readiness Scores“, wird enttäuscht. In meinem Alltagstest habe ich festgestellt, dass ich zwar viel über meine Körperreaktionen gelernt habe, die App mir aber nur selten eine klare Handlungsempfehlung gab. Wer Daten liebt, wird begeistert sein, wer geführt werden möchte, könnte sich eher mit einer Uhr wie der Scanwatch wohler fühlen.
RingConn Gen 2 – Datenschutz und Cloud
Die Daten werden verschlüsselt auf AWS-Servern in Großbritannien gespeichert und unterliegen damit europäischen Datenschutzstandards. Nutzer behalten die volle Kontrolle: Alle Werte lassen sich exportieren oder löschen. Ohne Cloud-Anbindung ist der Ring allerdings nicht nutzbar. Positiv ist, dass keine Abo-Gebühren erhoben werden und alle Funktionen direkt im Kaufpreis enthalten sind. Für technikaffine Nutzer ist zudem der Export als CSV-Datei interessant, um die Daten beispielsweise mit Ärzten zu teilen oder in Drittsoftware zu importieren.
RingConn Gen 2 – Preis und Verfügbarkeit
Der RingConn Gen 2 kostet in Europa rund 349 € und ist in Schwarz, Silber, Gold und Roségold erhältlich. Wenn ihr eure Größe bereits kennt etwa auch bei Amazon [Werbelink | Affiliate]. Dabei ist nur die Roségold-Variante teurer. Wenn ihr eure Größe nicht kennt, dann könnt ihr direkt bei RingConn selbst bestellen. Indem ihr auswähle „Ich kenne meine Größe nicht“, wird euch zuerst das Testkit zugesandt.
Wir nehmen am Partnerprogramm von Amazon EU teil. Das bedeutet, dass wir durch qualifizierte Käufe über Links zu Amazon.de eine Provision verdienen können.



































