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    Der SunBooster SLS2000 ist ein kleines Licht-Gerät, das an den oberen Rand eines Monitors oder Notebook-Displays geklippt wird und während der Arbeit nahinfrarotes Licht in Richtung Gesicht und Hals abgibt. Das Licht liegt bei 850 Nanometern und ist für das Auge unsichtbar, es entsteht weder Wärme noch UV-Strahlung. Hersteller ist SunLED aus den Niederlanden, das Gerät läuft über USB-C und braucht sonst nichts: kein Konto, keine App, keine Funkverbindung. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Testbericht.

    Sunbooster SLS2000 Nahinfrarotlicht Gerät Testbericht Test Review

    SunBooster SLS2000 – Design und Funktionalität

    Das Gehäuse misst 83 × 62 × 56 Millimeter und wiegt 120 Gramm. Damit ist der SunBooster SLS2000 ungefähr so groß wie eine externe Webcam und leicht genug, dass auch ein dünner Notebook-Deckel beim Anklippen nicht nach hinten kippt. Als Material nennt SunLED Aluminium in Kombination mit PC und ABS, die Farbe ist ein dunkles Schwarz. Der Klemmbügel sitzt fest genug, dass das Gerät beim Verstellen des Bildschirms an Ort und Stelle bleibt, und lässt sich ohne Werkzeug wieder abnehmen. Wer keinen passenden Rahmen hat, kann den SunBooster SLS2000 auch einfach neben sich auf den Schreibtisch stellen, solange die LEDs in Richtung Gesicht zeigen.

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    Auf der Vorderseite sitzen neben einem Display noch drei nahinfrarote LEDs und ein Time-of-Flight-Sensor, der mit 940 Nanometern arbeitet und laufend den Abstand zum Nutzer misst. Oben liegen die Bedientasten.

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    Die Stromversorgung läuft komplett über USB-C. Der Verbrauch liegt bei rund vier Watt. Mitgeliefert wird ein passendes USB-C-auf-USB-C-Kabel. Ein USB-C-Port am Monitor oder am Notebook reicht in der Regel aus, bei schwächeren Anschlüssen hilft ein normales USB-C-Netzteil.

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    Der Abstandssensor steuert den Betrieb automatisch. Vorgesehen ist ein Arbeitsabstand von 30 bis 100 Zentimetern, optimal sind 30 bis 80 Zentimeter. Wer näher als 30 Zentimeter an den Bildschirm rutscht, bei dem schalten die LEDs ab, ab etwa einem Meter pausiert das Gerät.

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    Der Sensor erkennt außerdem, ob überhaupt jemand vor dem Bildschirm sitzt, und geht bei Abwesenheit in einen Schlafmodus, aus dem er von selbst wieder aufwacht. Im Alltag bedeutet das einmal anklippen und einmal starten, danach regelt sich die Nutzung von allein, auch wenn man zwischendurch aufsteht oder sich für einen Moment nach vorne lehnt. Das funktioniert sehr gut über den ganzen Tag, sodass man sie Sitzung nicht am Stück absolvieren muss und gleichzeitig sich keine Sorgen machen muss dass es weiterläuft. Nur am folgenden Tag muss einmal die Taste zum starten betätigt werden.

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    SunBooster SLS2000 – Bedienung

    Die Ersteinrichtung dauert keine zwei Minuten. Gerät anklippen, USB-C anstecken, Sprache auswählen, Datum und Uhrzeit über die Tasten einstellen, fertig. Danach landet man auf dem Startbildschirm und kann direkt einen Zyklus starten. Eine App gibt es nicht, ein Konto ebenfalls nicht, sämtliche Einstellungen laufen über die Tasten am Gerät. Alle Nutzungsdaten bleiben lokal auf dem SunBooster SLS2000.

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    Ein Zyklus dauert je nach Sitzabstand zwei bis vier Stunden. Das Display zeigt den Fortschritt in Prozent an, sodass jederzeit ablesbar ist, wie viel der Tagesdosis schon zusammengekommen ist. Sitzt man näher am Bildschirm, ist der Zyklus schneller durch, bei größerem Abstand dauert er länger. Nach Abschluss wechselt die Anzeige auf eine Wochenübersicht, in der jeder Wochentag mit einem Balken für eine vollständig absolvierte Sitzung markiert wird. Zyklen lassen sich pausieren und zurücksetzen, ein Factory-Reset löscht zusätzlich den gespeicherten Fortschritt.

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    Zwei Meldungen tauchen im Alltag auf. Wird ein Zyklus zwischen 20 und 4 Uhr gestartet, weist das Gerät darauf hin, dass die Nutzung für den Tag vorgesehen ist. Ist der Arbeitsplatz zu dunkel, erscheint der Hinweis „Environment too dark“, und man braucht schlicht mehr Licht im Raum, etwa eine Schreibtischlampe.

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    Ein praktischer Punkt betrifft Videocalls: Webcams mit IR-Filter zeigen keine Veränderung, ältere oder günstige Notebook-Kameras können bei aktivem SunBooster SLS2000 einen leichten Grünstich bekommen. In dem Fall reicht es, das Gerät für die Dauer des Meetings zu pausieren. Auch meine Sony-Kamera wurde dadurch beeinflusst. Ich dachte hat einen defekt bist mir aufgefallen ist, dass das Infrarot den Sensor des Suchers aktiviert, da dieser auch mit Infrarot arbeitet. Auf solche Kleinigkeiten muss man ggf. achten.

    Während der Nutzung merkt man vom Licht selbst nicht viel, solange man nicht direkt hineinschaut. Die meisten dürften das Licht zwar nicht wahrnehmen, aber ich persönlich spüre es schon, bei direktem Blickkontakt. In der Regel musst man das Gerät ja auch passiv, so wie wenn man in der Sonne sitzt, nur weitaus harmloser.

    SunBooster SLS2000 – Studienlage und Wirkungsversprechen

    Vorab: In diesem Abschnitt fasse ich die Studien und die darin beschriebenen Ergebnisse zusammen und gebe diese zunächst unkommentiert wieder. Eine Einordnung und Bewertung erfolgt anschließend separat.

    Die Wirkungsidee hinter dem SunBooster SLS2000 heißt Photobiomodulation. Nahinfrarotes Licht bei 850 Nanometern dringt tiefer in die Haut ein als sichtbares Licht und regt dort die Mitochondrien in den Zellen an, also die Zellbestandteile, die Energie bereitstellen.

    SunLED gibt für den Abstrahlbereich auf Gesicht und Hals eine Bestrahlungsstärke von über 7,5 Milliwatt pro Quadratzentimeter bei 30 bis 80 Zentimetern Abstand an und über 5 Milliwatt pro Quadratzentimeter bei 80 bis 100 Zentimetern. Als Vergleichsgröße nennt der Hersteller zwei bis vier Stunden am Gerät als ungefähres Äquivalent zu sieben Stunden Tageslicht bei bedecktem Himmel oder rund 16 Minuten Mittagssonne unter einem klaren Winterhimmel.

    Die empfohlene Anwendung liegt bei zwei bis vier Stunden täglich an fünf Tagen pro Woche, ein Effekt wird nach etwa zwei Wochen in Aussicht gestellt.
    Den Hauptbeleg dafür bildet eine doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2023. Untersucht wurden gesunde Erwachsene mit leichten schlafbezogenen Beschwerden, jeweils im Winter und im Sommer. Nach Darstellung von SunLED berichteten die Teilnehmer bereits nach einem Tag von besserer Stimmung, wobei der Unterschied im Winter deutlicher ausfiel als im Sommer, und nach vier Wochen von einem höheren Energieniveau gegenüber der Placebogruppe. Auf denselben Studienarm stützt sich die Angabe zur reduzierten Schläfrigkeit, die der Hersteller über zwei und vier Wochen kumuliert betrachtet. [1]

    Neben den Untersuchungen zur eigenen SunLED-Technologie verweist der Hersteller auf weitere Forschung zu Nahinfrarotlicht. Eine Zellstudie mit Beteiligung der Universität Maastricht untersuchte, wie 850 Nanometer Nahinfrarotlicht auf unterschiedliche menschliche Hautzellen wirkt. Dafür wurden dermale Fibroblasten, also Zellen aus tieferen Hautschichten, und epidermale Keratinozyten aus der Oberhaut an fünf aufeinanderfolgenden Tagen mit einer Dosis von jeweils 6,5 Joule pro Quadratzentimeter bestrahlt. Anschließend wurde mithilfe von Massenspektrometrie untersucht, ob sich die Zusammensetzung und der Stoffwechsel verschiedener Lipide in den Zellen verändert hatten. Bei den Fibroblasten fanden die Forscher Veränderungen in mehreren Lipidklassen und insbesondere im Stoffwechsel der Glycerophospholipide. Bei den untersuchten Keratinozyten konnten dagegen keine entsprechenden Veränderungen festgestellt werden. Die Autoren sehen darin einen Hinweis darauf, dass 850 Nanometer Nahinfrarotlicht biologische Prozesse in bestimmten Hautzellen beeinflussen kann. [2]

    Eine weitere Studie mit Beteiligung der University of British Columbia untersuchte die Wirkung von Nahinfrarotlicht als Bestandteil normaler Raumbeleuchtung an 151 Studenten. In einem doppelblinden Versuchsaufbau verbrachten die Teilnehmer jeweils zwei Stunden unter zwei verschiedenen Beleuchtungsbedingungen. Bei einer davon wurde das normale weiße LED-Licht um tiefrotes Licht und Nahinfrarot mit 735, 875 und 960 Nanometern ergänzt.
    Währenddessen wurden unter anderem die emotionale Verfassung, die kognitive Leistungsfähigkeit und die Herzfrequenzvariabilität untersucht. Unter der Beleuchtung mit zusätzlichem Nahinfrarot zeigten sich positive Veränderungen bei bestimmten Messwerten der Herzfrequenzvariabilität sowie beim subjektiv berichteten emotionalen Wohlbefinden. Einen eindeutigen positiven Effekt auf die kognitive Leistungsfähigkeit konnte die Studie nicht feststellen. [3]

    Quellen
    [1] Giménez, M. C. et al. (2023): Effects of Near-Infrared Light on Well-Being and Health in Human Subjects with Mild Sleep-Related Complaints: A Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Study. Biology, 12(1), 60.
    https://doi.org/10.3390/biology12010060

    [2] van der Vloet, L. et al. (2024): Lipid analysis of human primary dermal fibroblasts and epidermal keratinocytes after near-infrared exposure using mass spectrometry imaging. Journal of Biotechnology, 396, 53–61.
    https://doi.org/10.1016/j.jbiotec.2024.10.009

    [3] Roddick, J. et al. (2024): Effects of near-infrared radiation in ambient lighting on cognitive performance, emotion, and heart rate variability. Journal of Environmental Psychology, 100, 102484.
    https://doi.org/10.1016/j.jenvp.2024.102484

    Sunbooster SLS2000 Nahinfrarotlicht Gerät Testbericht Test Review

    Nachprüfen lässt sich das alles in meinem Test natürlich nicht. Ich kann zwar sagen, dass ich aktuell Unterschiede spüre, ob diese jedoch tatsächlich mit der kontinuierlichen Nutzung des SunBooster SLS2000 über die vergangenen drei Wochen zusammenhängen, andere Faktoren eine Rolle spielen oder es sich um einen Placeboeffekt handelt, kann ich nicht beurteilen. Die folgenden Eindrücke sind daher rein subjektiv.

    Ich sitze die meiste Zeit des Tages am PC und komme in bestimmten Arbeitsphasen kaum aus dem Haus, wie auch in den letzten Wochen direkt nach der IFA Berlin. Generell habe ich mit einer hohen Tagesmüdigkeit aufgrund von Arbeitsstress und zu wenig Schlaf zu kämpfen und neige am Abend oder Nachts oft zu einem Mittagsschlaf, der die Schlafphase noch weiter verschiebt. Gleichzeitig fällt es mir häufig schwer, früh einzuschlafen.

    In den vergangenen drei Wochen hat sich meine Stimmung trotz hohen Stresses insgesamt verbessert. Ich habe tagsüber etwas mehr Energie und Motivation, wenn auch nicht wesentlich mehr, komme mittlerweile ohne zusätzlichen Schlaf am Nachmittag oder Abend aus und werde abends tatsächlich zu einer normalen Zeit müde. Wenn ich dann ins Bett gehe, habe ich aktuell das Gefühl, nahezu sofort einschlafen zu können, sofern ich nicht zum Smartphone greife.

    Auch hier gilt: Ob und welchen Anteil der SunBooster SLS2000 daran hat, kann ich anhand meines Selbsttests nicht feststellen. Es sind lediglich die Veränderungen, die mir während des Testzeitraums aufgefallen sind.

    Der SunBooster SLS2000 ist außerdem kein Medizinprodukt, SunLED formuliert die Angaben als Wellness-Aussagen und erhebt keinen Anspruch auf Behandlung oder Heilung. Wer das Gerät kauft, kauft damit zu einem guten Teil das Vertrauen in die genannten Studien, und das ist beim Preis ein Punkt, den man vorher für sich klären sollte.

    Sunbooster SLS2000 Nahinfrarotlicht Gerät Testbericht Test Review

    SunBooster SLS2000 – Preis und Verfügbarkeit

    Die UVP liegt bei 199 Euro. Im Karton liegen der SunBooster SLS2000, ein USB-C-auf-USB-C-Kabel und eine Kurzanleitung, ein Netzteil ist nicht dabei. Die Herstellergarantie beträgt zwei Jahre. Erhältlich ist das Gerät über den Hersteller-Shop, über Amazon und über den Elektronikfachhandel.

    Sunbooster SLS2000 Nahinfrarotlicht Gerät Testbericht Test Review

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    SunBooster SLS2000

    7.5

    Der SunBooster SLS2000 ist als Hardware sauber gelöst: kompakt, leicht, stabil geklippt und über einen einzigen USB-C-Anschluss versorgt. Die Abstandserkennung nimmt einem die gesamte Steuerung ab, sodass das Gerät nach dem Start einfach nebenher läuft, während man arbeitet oder spielt. Dass keine App, kein Konto und keine Funkverbindung im Spiel sind, ist bei einem Wellness-Gerät dieser Art angenehm ungewöhnlich und hält die Einrichtung auf zwei Minuten. Interessant ist der SunBooster SLS2000 damit vor allem für alle, die den Großteil des Tages drinnen vor einem Bildschirm verbringen und Nahinfrarotlicht ausprobieren möchten, während sie ohnehin am Schreibtisch sitzen. Die Anwendung verlangt praktisch keine zusätzliche Zeit oder Aufmerksamkeit. Schwieriger fällt die Bewertung der eigentlichen Wirkung aus. Ich habe während meiner dreiwöchigen Nutzung durchaus positive Veränderungen bei Stimmung, Tagesmüdigkeit und Schlafverhalten wahrgenommen. Ob und welchen Anteil der SunBooster SLS2000 daran hat, lässt sich mit einem persönlichen Test nicht feststellen. Die vorhandenen Studien liefern interessante Anhaltspunkte, die Datenlage ist für viele der versprochenen Effekte jedoch noch überschaubar. Am Ende bleibt der SunBooster SLS2000 deshalb ein Selbstexperiment. Wer das ausprobieren möchte, bekommt ein unkompliziertes Gerät, das sich sehr einfach in den Alltag integrieren lässt. 199 Euro sind für diesen Versuch eine durchaus hohe Einstiegshürde.

    Pro
    • Kompakte Clip-Bauweise mit 120 Gramm
    • Läuft über einen einzigen USB-C-Anschluss
    • Abstandssensor regelt Betrieb und Zyklusdauer automatisch
    • Keine App, kein Konto, keine Funkverbindung
    • Fortschritts- und Wochenanzeige direkt auf dem Display
    Kontra
    • Hoher Preis für die gebotene Hardware
    • Wirkung im Alltag nicht überprüfbar
    Ümit Memisoglu
    Gründer und Chefredakteur von Umihito.de. Foodvlogger, Technikblogger und Ingenieur.

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