The Adventures of Elliot: The Millennium Tales ist ein Action-RPG im HD-2D-Stil von Square Enix. Im Zentrum steht eine Zeitreise über vier Zeitalter: Elliot und seine Feenbegleiterin Faie greifen in frühere Epochen ein, und diese Eingriffe verändern spätere Zustände der Welt. Das Spiel verbindet Echtzeitkämpfe, Dungeon-Erkundung und leichte Rätsellogik mit einer Top-down-Perspektive und ähnelt sehr stark klassischen Zelda-Titeln, jedoch deutlich moderner und zugänglicher.

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales – Story und Atmosphäre
Der Einstieg ist klassisch und sofort greifbar. Die Welt Philabieldia wird von Bieststämmen beherrscht, und das Königreich Huther hält sich als letzte Bastion der Menschheit hinter einer magischen Barriere.

Als außerhalb der sicheren Zone unbekannte Ruinen auftauchen, beginnt für Elliot und Faie eine Mission, die sich über ein Jahrtausend und vier Zeitalter spannt: das Zeitalter der Obhut, das Zeitalter des Wiederaufbaus, das Zeitalter der Magie und das Zeitalter des Anbeginns.

Das eigentliche Strukturprinzip ist die Zeitreise. Elliots Handlungen in früheren Epochen wirken auf spätere Zustände zurück, und genau diese Kettenreaktionen heben die an sich klassische Rettungsgeschichte über den üblichen Rahmen. Statt großer Plottwists lebt die Erzählung von sauber vorbereiteten Rückbezügen und einem späten emotionalen Abschluss, der Elliots Wirkung über die Jahrhunderte zusammenführt.

Der Ton ist überwiegend warmherzig, märchenhaft und nostalgisch, mit ernsteren und melancholischen Passagen rund um Verlust, Königtum und historische Schuld.

Die Nebenquests fallen kleinteiliger und menschlicher aus, oft mit Geschichten um Musiker, Familien oder Abschiede, und viele davon sind voll vertont.

Bemerkenswert ist der narrative Mehrwert dieser Nebenaktivitäten: Sie verknüpfen einzelne Orte und Figuren über die Zeitalter hinweg und sind selten reines Abhaken.

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales – Gameplay und Kampfsystem
Die Spielschleife ist klar aufgebaut: Gebiete erkunden, Gegner bekämpfen, Rätsel mit Waffen und Feenfähigkeiten lösen, neue Ausrüstung freischalten, in Dungeons und neue Zeitabschnitte vordringen und danach in früher besuchte Gebiete zurückkehren, um dort neue Wege und Nebenquests zu öffnen. Dieses Wechselspiel aus Vorwärtsdrang und Rückkehr trägt einen großen Teil der Motivation. Häufige Speicherpunkte und Fast Travel halten den Fortschritt zügig, ohne die Erkundung zu verkürzen.

Die Progression läuft nicht über klassisches Leveln, sondern über Waffen, Waffen-Upgrades, Accessoires und das Maginit-System. Diese Edelsteine verändern Waffeneffekte, etwa durch Schildregeneration, stärkere Schüsse oder situative Boni.

Das Spiel verzichtet auf Crafting-Überfrachtung und zufallsbasierte Ausrüstung und setzt stattdessen auf klar lesbare Aufwertungen. Langfristig fällt das Maginit-System allerdings etwas zu harmlos aus, weil viele Boni zwar nützlich, aber selten wirklich notwendig sind.
Das Kampfsystem ist ein Echtzeit-Actionsystem mit sieben Waffentypen: Schwert, Speer, Hammer, Bogen, Bumerang, Bomben und Ketten-Sichel. Elliot arbeitet mit bis zu zwei Waffen in rascher Folge und wechselt je nach Situation zwischen Nah- und Fernkampf. Das Treffergefühl ist präzise und reagiert direkt auf Eingaben. Wichtiger als reines Angreifen ist die Defensive: Das System belohnt Blocken und Parieren statt permanentem Ausweichen, ein erfolgreicher Konter reflektiert Schaden oder betäubt den Gegner. Da Treffer spürbar wehtun, wird pures Draufhalten schnell bestraft.

Besonders die großen Bosskämpfe überzeugen. Sie bleiben flüssig lesbar und werden kaum durch lange Unverwundbarkeitsphasen zerhackt, sodass Timing, Schildeinsatz und die passende Waffenwahl über den Erfolg entscheiden. Faies Fähigkeiten sind dabei kein Beiwerk, sondern greifen in Kampf, Wegfindung und Rätsel ein: Sie entzündet Fackeln oder Gegner, teleportiert Elliot an ihre Position oder gibt ihm einen Sprint-Schub. Vier Schwierigkeitsgrade von Easy bis Very Hard erlauben eine feine Anpassung, wobei schon Normal genug Gegenwehr bietet, wenn man Parieren und Ressourcen vernachlässigt.

Eine Sache könnte jedoch besser sein: Die Gegnervielfalt im normalen Feldkampf ist begrenzt, ähnliche Gegnertypen kehren über die Epochen hinweg wieder über längere Sitzungen und auch manche Bosskämpfe wiederholen sich.

Für den Umfang gilt: Ein direkter Durchlauf der Hauptgeschichte dauert rund 15 Stunden, ein normaler Run mit Nebenquests eher 18 bis 25 Stunden, und wer alle optionalen Ziele und das wahre Ende anstrebt, kommt deutlich darüber hinaus.

Ein lokaler Zwei-Spieler-Modus ist auf einer Konsole vorhanden. Er ist asymmetrisch angelegt: Spieler 1 steuert Elliot, Spieler 2 übernimmt die Fee Faie. Es handelt sich also um eine unterstützende Begleiterrolle und keinen vollwertigen Zwei-Helden-Koop.

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales – Grafik und Performance
Die HD-2D-Präsentation ist die klarste Stärke des Spiels. Der Stil, der bislang vor allem in rundenbasierten Titeln zum Einsatz kam, überträgt sich sehr gut auf ein Action-Spiel: detailreiche Pixelcharaktere, plastische Lichtsetzung und eine dioramaartige Tiefenstaffelung, die zur Top-down-Struktur passt. Die Szenen bleiben trotz vieler Elemente gut lesbar, auch die Gegnerpositionen sind klar zu erkennen.

Die Umgebungen profitieren vom Zeitalter-Konzept. Wälder, Tundra, Wüste und Sumpf lösen sich ab, und dieselben Orte verändern sich über die Epochen hinweg, was der Erkundung einen zusätzlichen Reiz gibt. Es ist kein Spiel mit einem einzigen dominanten Biom, sondern mit stark inszenierten, variierenden Räumen.

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales – Musik und Sounddesign
Der Soundtrack umfasst einen umfangreichen Original-Soundtrack, der über vier CDs die vier Epochen des Spiels abbildet und von den Komponisten Tomohiro Nakamachi und Yuto Moritani stammt. Die Musik funktioniert weniger über aufdringliche Leitmotive als über durchgehende Stimmung, Ortscharakter und Epochenfärbung, was gut zum nostalgischen Grundton passt und die Präsentation trägt.

Bei der Sprachausgabe stehen Englisch und Japanisch zur Wahl, Untertitel gibt es unter anderem in Deutsch. Dass selbst Nebenquests vollständig vertont sind, ist für ein Action-RPG dieser Bauart bemerkenswert und stützt den warmen, erzählnahen Eindruck der Nebengeschichten.

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales – Preis und Verfügbarkeit
The Adventures of Elliot: The Millennium Tales ist für Nintendo Switch 2 digital und als physische Nintendo Switch Game Key Card erhältlich, letztere benötigt für den Download eine Internetverbindung. Die UVP der Standardfassung liegt bei 69,99 € etwa auf Amazon [Amazon-Affiliate | Werbelink]. Neben der Standard Edition gibt es ein Digital-Deluxe-Upgrade mit den Accessoires Feenarmreif, Kirschblütenkettchen und Rosaile-Ring sowie eine Collector’s Edition, die zusätzlich den neu gemasterten Soundtrack auf vier CDs und eine Diorama-Uhr mit Faie und dem Portal der Zeit enthält.
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